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Zu platt zum Jubeln: Vanessa Hinz musste erst Luft holen, bevor sie ihren fünften Platz feiern konnte.

Knoten der Schlierseerin platzt bei der Verfolgung

Vanessa Hinz und Arnd Peiffer werden jeweils Fünfte

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Man könnte meinen, Vanessa Hinz hätte einfach nur bis zum Saisonhöhepunkt gewartet, um ihre besten Leistungen auf den Punkt abzuliefern.

Nur fünf Wochen, nachdem die Biathletin aus Schliersee beim Weltcup in Oberhof erst die Norm des Deutschen Skiverbands (DSV) für die Weltmeisterschaften 2020 in Antholz (Italien) gesichert hatte, feierte sie am gestern Nachmittag Platz fünf in der WM-Verfolgung.

„Das habe ich mir auf jeden Fall nicht aufgehoben“, sagt Hinz und lacht. Wenig später tat es ihr der in Holzkirchen lebende Arnd Peiffer (WSV Clausthal-Zellerfeld) gleich und wurde ebenfalls Fünfter.

Arnd Peiffer aus Holzkirchen zeigte bei den Männern eine starke Leistung.

„Ein Riesending! Vanessa Hinz!“, brüllte der Stadionsprecher Stefan Steinacher ins Mikrofon, als die Biathletin des SC Schliersee völlig entkräftet die Ziellinie überquerte. Die Kraft für eine große Jubelgeste fehlte ihr nach dem fulminanten Auftritt. Entsprechend frenetisch fiel der Jubel und das Meer aus Deutschlandfahnen Tausender Fans im Stadion und an der Strecke aus. Hinz: „Ich bin richtig happy mit dem Rennen.“

Mit einer fehlerfreien Einlage im ersten Liegendanschlag nutzte die 27-Jährige die gute Ausgangslage aus dem Sprint am Freitag und setzte sich von Beginn an in der Verfolgergruppe fest. Einen kleinen Wackler leistete sich Hinz im zweiten Liegendschießen, der ihr eine Strafrunde einbrachte. So rutschte sie zwischenzeitlich auf Platz zwölf zurück.

Zu diesem Zeitpunkt schon ein gutes Resultat im Gepäck, standen der Schlierseerin noch zwei mal fünf Schuss in ihrer Wackeldisziplin, dem Stehendschießen, bevor. „Das hatte ich eigentlich gar nicht mehr im Kopf, sondern mich voll auf meine Sache konzentriert.“ Das ist Hinz gelungen. Sie blieb zweimal gelassen und fehlerfrei.

Mit dem ein oder anderen Fehler mehr bei der Konkurrenz wäre für sie in diesem Verfolgungswettbewerb sogar die erste Medaille bei einem Großereignis drin gewesen. Am Ende war das Siegertrio Dorothea Wierer (Italien), Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) und Marte Olsbu Roeiseland (Norwegen) nicht zu schlagen.

Auf der Schlussrunde lieferte sich Hinz dann ein Duell um Platz vier mit Hanna Öberg, das aber die Schwedin für sich entschied. „Ich habe noch kurz probiert, mit ihr mitzuhalten“, sagt Hinz über die Schlussrunde. „Aber trotzdem habe ich auf jeden Fall Selbstvertrauen getankt.“

Arnd Peiffer war mit seinem fünften Rang an diesem Nachmittag der beste Deutsche. Er musste nur im ersten Liegendanschlag eine Strafrunde hinnehmen und zeigte fortan eine richtig starke Leistung. Da sich die Konkurrenz ganz vorne keine Schnitzer erlaubte, hatte Peiffer mit der Medaillenentscheidung allerdings nichts zu tun.

Am heutigen Montag haben die Athleten Pause. Weiter geht’s am morgigen Dienstag mit dem Einzel der Frauen. Die Mämnner folgen am Mittwoch.

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