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Auf Herausforderer warten Lucas Bögl (r.) und das gesamte Langlaufteam Deutschland.

Breiten- gegen Leistungssport

Alle gegen Bögl und Co.

  • vonMichael Eham
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Die Leistungskontrolle ist wichtiger Bestandteil des Sommer-Trainings der Langläufer. Heuer können dabei alle gegen Lucas Bögl und Co. antreten.

Landkreis – Vor knapp zehn Jahren, am 31. Dezember 2010, feierte Lucas Bögl sein Debüt im Langlauf-Weltcup. Als damals 20-Jähriger hatte der Holzkirchner schon eine lange Schule im Langlaufsport durchlaufen. Jetzt möchte er wieder etwas mehr Nähe zur Basis im Breitensport und der Jugend aufbauen.

Dabei hat er als Athletensprecher gemeinsam mit den deutschen Langläufern ins Leben gerufen, dass bei der diesjährigen Leistungskontrolle über 3000 Meter auf der Tartanbahn auch der Breitensport teilnehmen kann. Gemeinsam mit Langlauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder aus Neuhaus wollen Bögl und seine Kollegen „den Leistungssport wieder näher an die Jugend bringen“. Dadurch sollen wieder mehr junge Talente generiert werden. „Wenn die Jugendlichen nah am Leistungssport und motiviert sind, bleiben sie eher dabei“, glaubt Bögl.

In den vergangenen Jahren sei sowieso die Tendenz zu beobachten gewesen, dass es immer schwerer wird, gute Leute aus dem Nachwuchs an den Profisport heranzuführen. Der zweite Schritt in diese Richtung ist außerdem, dass auch die Profis sich im Zuge der Corona-Pandemie zunehmend virtuell messen. „Das wird in Zukunft vielleicht auch mehr kommen, und durch das Coronavirus habe auch ich damit angefangen, meine Einheiten hochzuladen“, sagt Bögl.

Bögl: „Einige werden meine Zeit wegschnupfen“

Über die Plattform Strava haben nun alle Langläufer, Leichtathleten und sonstige Sportler die Möglichkeit, an der Leistungskontrolle der Langlauf-Nationalmannschaft teilzunehmen. „Ich nenne Strava das Instagram für Sportler“, vergleicht Bögl. „Da kannst du einfach deine Trainingseinheiten hochladen und dich mit anderen vergleichen.“ Für die Fans ist daher ersichtlich, was ein Leistungssportler für einen Aufwand aufbringt.

Und weil sich in diesem Jahr auch die Profis nur dezentral messen, kann nun jeder auf 3000 Meter gegen das Langlaufteam Deutschland antreten. „Mir ist auch vollkommen klar, dass es da einige Läufer geben wird, die da meine 3000-Meter-Zeit brutal wegschnupfen“, sagt Bögl lachend. „Das würde aber im Winter auf Langlaufskiern anders ausschauen.“

Für alle, die es mit Bögl aufnehmen wollen: Der Langlaufprofi kratzt über 3000 Meter meistens an der Neun-Minuten-Marke. Mit der Aktion will er aber hauptsächlich Aufmerksamkeit bei jugendlichen Langläufern generieren und diese teilnehmen lassen. Das könnte sich auch lohnen: Am Ende wird der Hauptgewinn von einem Wochenende bei der Weltmeisterschaft in Oberstdorf an einen Teilnehmer oder eine Teilnehmerin verlost.

Die Leistungskontrolle

der deutschen Ski-Langläufer findet von Freitag bis Sonntag, 17. bis 19. Juli, statt. Jeder kann seine Zeiten mittels der Plattform Strava mit den Profi-Sportlern vergleichen.

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