Bundestrainer glaubt an Hackl

- Oberhof - Altmeister Georg Hackl stand bei der Rodel-EM in Oberhof als Neunter wie so oft in letzter Zeit mit leeren Händen da, trotzdem räumten die Gastgeber kräftig ab. Der bereits als Hackl-Nachfolger gehandelte David Möller holte Silber, Gold gab es für Silke Kraushaar (beide Oberhof) beim Vierfach-Erfolg der Damen, die Doppelsitzer Steffen Skel/Steffen Wöller und für das deutsche Team. Für die Mannschaftskonkurrenz hatte sich der dreimalige Olympiasieger Hackl intern gar nicht qualifizieren können.

"Solange ich das Leistungsvermögen habe, um vorne mitzufahren, mache ich weiter", sagte der 37-jährige Hackl und schob nach: "Ich mache meinen Rücktritt nicht von Platzierungen abhängig." Der DM-Vierte gab aber zu: "Freilich bin ich enttäuscht, obwohl meine Erwartungen auf dieser Bahn nicht so hoch waren. Seit der Deutschen Meisterschaft in Oberhof vor ein paar Tagen wusste ich, dass ich hier ins zweite Glied zurücktreten muss. Es läuft nicht mit dem Material."<BR><BR>Die "Bild am Sonntag" legte Deutschlands Rodel-Denkmal mit einer fetten Überschrift indirekt bereits den Rücktritt nahe: "Schorsch, warum tust du dir das nur an?" Bundestrainer Thomas Schwab will den langjährigen Vorzeigeathleten aber noch nicht abschreiben: "Er bleibt für mich der heißeste Medaillenkandidat für die WM in Nagano. Es gibt sicher verschiedene Ursachen für seine momentanen Resultate. Er doktert vielleicht auch ein bisschen zu viel am Schlitten rum und weiß am Ende immer bloß, was nicht geht."<BR><BR>Greenhorn Möller (21), der erstmals in seiner noch jungen Laufbahn auf das Podest rodelte, bleibt trotz aller Freude im Hinblick auf die WM vorsichtig: "Der Durchbruch oder die Wachablösung war das noch nicht. Ich rechne mit Hackl bei der WM, ich bin auf der Bahn noch nicht einmal gefahren." Einen Tag vor seinem 30. Geburtstag gewann Olympiasieger Armin Zöggeler seinen ersten EM-Titel. Auch Jan Eichhorn (Oberhof/4.) und Dennis Geppert (Oberwiesenthal/7.) hängten ihr Vorbild Hackl ab.<BR><BR>Für die seit November 1997 ungeschlagenen Damen gab es bei Schneefall den erwarteten Vierfach-Triumph. Silke Kraushaar gewann mit Bahnrekord im zweiten Durchgang. Junioren-Vizeweltmeisterin Tatjana Hüfner, Titelverteidigerin Sylke Otto und Barbara Niedernhuber folgten auf den Plätzen. Für Olympiasiegerin Otto hatte Box-Champion Sven Ottke als Fan an der Bahn unter den 10 000 Zuschauern vergeblich die Daumen gedrückt.<BR><BR>

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