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Laura Dahlmeier zählt zu den Goldanwärterinnen.

Skijäger in Hochfilzen

Biathlon-WM: Dahlmeier & Co starten die Gold-Jagd

Hochfilzen - Los geht's! Die deutschen Biathleten wollen bei der WM in Hochfilzen keine Nebendarsteller, sondern Hauptakteure sein. Im Vorjahr gab es angeführt von Laura Dahlmeier sieben Medaillen. Neben ihr ruhen die deutschen Hoffnungen vor allem auf Simon Schempp.

Laura Dahlmeier hat ein sehr gutes Gefühl. „Es passt“, sagte die große Favoritin zwei Tage vor dem Start der Biathlon-Weltmeisterschaften in Hochfilzen. Bei strahlendem Sonnenschein und leichten Plusgraden traf die als große Gold-Favoritin gehandelte 23-Jährige am Dienstag beim ersten Training im WM-Stadion fast alle ihre Schüsse. Am Freitag startet die Deutsche im ersten Einzelrennen der WM - dem Sprint (auf tz.de erfahren Sie, wie Sie ihn live im TV sehen).

Interne Vorgabe: Fünf Medaillen

Dahlmeier und Simon Schempp sind die großen Medaillen-Hoffnungen im zehnköpfigen deutschen Team. Fünf Medaillen ist die interne Verbandsvorgabe bei den bis 19. Februar dauernden Titelkämpfen. Die könnte allein schon Dahlmeier holen. Die Verfolgungs-Weltmeisterin, die im Vorjahr in Oslo fünf Plaketten (1 Gold, 1 Silber, 3 Bronze) in fünf Rennen holte, gibt sich angriffslustig.

„Ich möchte natürlich voll angreifen und versuche auf Sieg zu laufen“, sagte Deutschlands Nummer eins. Selbstvertrauen geben der Weltcup-Spitzenreiterin neben dem Gelben Trikot auch ihre vier Saisonsiege. Ob sie am Donnerstag zum WM-Auftakt (14.45 Uhr/ZDF und Eurosport) in der Mixed-Staffel läuft, ist offen. Die Aufstellung wird am Mittwoch bekannt gegeben. In Oslo wurde sie im Auftaktrennen geschont, das Quartett um Schlussläufer Schempp holte Silber.

Nun will der Schwabe endlich auch das, was Verfolgungs-Weltmeisterin Dahlmeier schon hat. „Ich hoffe einfach, dass ich auch mal in einem Einzelrennen einen super Tag erwische und es mit einer Medaille klappt“, sagte der 28-Jährige. Doch dafür muss nicht nur er Martin Fourcade schlagen, der im Vorjahr in Oslo viermal Einzel-Gold holte. „Man kann ihn in jedem Rennen schlagen. Aber man muss einen perfekten Tag erwischen, denn er ist noch einen Tick besser als letztes Jahr“, sagte Schempp. Der Franzose gewann in diesem Winter zehn von 15 Rennen, steht vor seinem sechsten Weltcup-Gesamtsieg.

Preuß muss passen

Geschwächt wird das Team durch den krankheitsbedingten Ausfall von Franziska Preuß. Trotzdem sind nach zehn Saisonsiegen und insgesamt 23 Podestplätzen die Ansprüche hoch. „Wir sollten uns an den bisherigen Saisonergebnissen orientieren. Alles andere wäre auch unglaubwürdig. Wir versuchen in jedem Rennen um das Podest mitzukämpfen und wollen auch sicher mit zwei, drei Medaillen, die wir uns als Ziel setzen, zurückfahren“, sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig. Sein Männer-Kollege Mark Kirchner ergänzte: „Wir wollen in jedem Rennen um die Podestplätze mitkämpfen.“

Dass die in den letzten beiden Jahren in Hochfilzen sehr erfolgreichen Skijäger besser als im Vorjahr in Oslo mit insgesamt sieben Medaillen (1 Gold, 3 Silber, 3 Bronze) abschneiden, glauben viele Ex-Stars. Michael Greis tippt auf zehn Medaillen, Andrea Burke auf neun oder mehr und Kati Wilhelm auf acht. Vor allem Dahlmeier könnte der große Star der WM werden. „Laura kann vielleicht sogar mehrfach Weltmeisterin werden. Sie ist die absolute Top-Favoritin“, sagte Rekord-Weltmeistern Magdalena Neuner.

Enge Leistungsdichte bei den Männern

In der Staffel scheinen die Damen nach ihren drei Saisonsiegen kaum zu schlagen und auch die Männer peilen den Titel an. „Wir wollen Gold“, sagte der frühere Verfolgungs-Weltmeister Erik Lesser. Im Schatten von Dahlmeier und Schempp ist ihm, Arnd Peiffer und Benedikt Doll auch ein Coup zuzutrauen.

Doch während bei den Damen die großen Vier Dahlmeier, Gabriela Koukalova (Tschechien), Kaisa Mäkäräinen (Finnland) und Marie Dorin-Habert (Frankreich) bisher 62 Prozent aller Podestplätze unter sich ausmachten, können bei den Männern fast 20 Athleten auf das Podest laufen. Medaillen-Favoriten sind die Norweger Johannes Thingnes Bö, Ole Einar Björndalen und Emil Hegle Svendsen ebenso wie der Russe Anton Schipulin.

Für sportpolitische Brisanz ist auch gesorgt. Am Mittwoch sollen auf Druck der Athleten auf einem Außerordentlichen Kongress härtere Dopingstrafen eingeführt werden, die dann schon beim WM-Start gelten könnten. Zudem berät der Vorstand über das weitere Vorgehen im russischen Dopingskandal.

dpa

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