Simon Jocher vom SC Garmisch jubelt nach seinem 18. Platz im Super-G in Garmisch-Partenkirchen.
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Will wie auf der Kandahar auch bei der WM in Cortina d’Ampezzo wieder jubeln: Simon Jocher vom SC Garmisch.

Simon Jocher startet bei der WM im Super-G und in der Kombination

Den Schwung mitnehmen

  • vonPatrick Hilmes
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Kaum Durchschnaufen für Simon Jocher vom SC Garmisch: Nach den Kandahar-Rennen geht es für den 24-Jährigen direkt bei der alpinen Ski-WM in Cortina d‘Ampezzzo weiter, wo er im Super-G und der Kombination startet.

Cortina d’Ampezzo – So ein Erfolgserlebnis ist natürlich immer etwas positives. Immerhin hat man erreicht, was man sich vorgenommen hatte, oder sogar darüber hinaus. Daraus kann man schöpfen, Selbstbewusstsein wie Bestätigung und Antrieb für alles Bevorstehende. Aber es gibt auch die Kehrseite. Die Erwartungen steigen, von außen und an sich selbst. Der Druck wird größer. Was beim ersten Mal noch als Erfolg verbucht wird, ist bei den Malen danach nur noch okay.

Kein Erfolgsdruck

Das merkt auch Simon Jocher vom SC Garmisch bereits, wenn auch im kleinen Ausmaß. Im Dezember in Bormio (Italien) hatte er seine ersten Weltcup-Punkte gesammelt. Anschließend hatte er lange zu lesen angesichts der Vielzahl an Glückwunsch-Nachrichten auf seinem Handy. Am vergangenen Wochenende in Garmisch-Partenkirchen erreichte Jocher ähnliche Platzierungen. „Es waren wieder viele Nachrichten, aber etwas weniger.“ Insbesondere im Spitzensport soll es ja immer weiter nach oben gehen. Nach den Top-30 kommen die Top-20, dann die Top-Ten. Doch davon will Jocher nichts wissen, wenn er bei der alpinen Ski-Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo (Italien) an den Start geht.

Trainingsleistungen entscheiden über Abfahrts-Starter

„Natürlich will ich das bestätigen, was ich auf der Kandahar erreicht habe und mich weiter verbessern. Aber ich setze mir keine bestimmte Platzierung als Ziel“, betont der 24-Jährige vor seiner ersten WM. Auf seiner Heimstrecke hatte Jocher die Bundestrainer mit Rang sieben im Training, Rang 25 in der Abfahrt und als 18. im Super-G davon überzeugt, ihn trotz seiner fehlenden Qualifikationsnorm mit nach Italien zu nehmen. Dort kommt er mindestens in zwei Rennen zum Einsatz – im Super-G und in der Kombination. „Wer in der Abfahrt starten wird, entscheidet sich nach den Trainings.“

Wieder eine niedrigere Startnummer

Der Österreicher Vincent Kriechmayr, Kandahar-Sieger, wird im Super-G als Erster die Strecke angehen. Im Gegensatz zu Garmisch-Partenkirchen, als Jocher mit der Startnummer 40 lange warten musste, wird er diesmal als 25. seine Zeit in den Schnee setzen. Das liegt daran, dass er sich in der WCSL (World Cup Start List) durch seine Erfolge am vergangenen Wochenende auf Position 38 vorgeschoben hat. Da nicht alle Athleten in Cortina dabei sind – Verletzungen, pro Disziplin nur vier Athleten einer Nation –, rutschte er in die Top 30. Somit wurde ihm eine Startnummer zwischen 21 und 30 zugelost. „Definitiv kein Nachteil.“

Neue Strecke, dieselben Vorausetzungen

Das gilt ebenso für die Erfahrungen mit der Strecke. Die ist für fast alle Athleten Neuland. Nur die Italiener haben ihre nationalen Meisterschaften schon auf der Piste ausgefahren. „Somit ist die Erfahrung kein so großer Nachteil für mich wie auf Strecken, die die anderen Athleten schon zehnmal gefahren sind.“ Bisher heißt auch: anschauen, aber nicht anfassen. In Cortina kämpfen die Veranstalter derzeit gegen die Schneemassen. Die Kombination der Frauen am Montag wurde verschoben, ebenso der Super-G der Herren sowie die Streckenbesichtigung. Nur aus der Ferne konnten Jocher und Co. die Piste sehen, vom Trainingshang sowie vom Hotel aus.

Jocher wohl der einzige DSV-Starter in der Kombination

Neuland ist für Jocher auch beinahe der Start in der Kombination – Super-G und Slalom. Er, wohnhaft in Grainau, gilt zwar als technisch versierter Fahrer und kann auf einen gewissen Erfahrungsschatz in den Disziplinen verweisen. „Aber vor zwei Jahren hatte ich mich mal an der Hand verletzt. Seitdem bin ich nur wenige Slalom-Rennen gefahren.“ Die Praxis fehlt, doch das Selbstvertrauen ist da. „Ich denke, da geht schon was.“ Zudem wird er laut eigener Aussage wahrscheinlich der einzige DSV-Starter in der Kombination sein. Nun heißt es für Jocher, den Schwung von der Kandahar mitzunehmen, sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen, um ein weiteres Erfolgserlebnis feiern zu können.

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