Der Viererbob von Johannes Lochner im Eiskanal von Altenberg.
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Auf dem Weg zu Bronze: Johannes Lochner am Steuer, Christopher Weber, Christian Rasp und Florian Bauer dahinter.

Bauer gewinnt im Viererbob bei der WM in Altenberg Bronze – Pittaway 14. im Skeleton

Die Eisraketen vom BRC Ohlstadt

  • vonPatrick Hilmes
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Zwei Athleten des BRC Ohlstadt haben den Verein bei der Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft in Altenberg bestens vertreten. Einer hat sogar einer Medaille mit nach Hause gebracht.

Altenberg/Ohlstadt – Ein Dorf, das für den Bobsport bekannt ist? Da fällt einem ziemlich schnell Ohlstadt ein. Peter Utzschneider oder Stefan Gaisreiter sind nur zwei Beispiele, die sich auf die Bahnen dieser Welt wagten. Beide traten zu ihrer Zeit für den SV Ohlstadt an, von dem sich mittlerweile der Bob- und Rodelclub Ohlstadt abgespalten hat. Utzschneider und Gaisreiter feierten diverse Erfolge auf internationaler Bühne. Noch heute steht der BRC für hochklassigen Bobsport. Das haben nun wieder Florian Bauer und Ashleigh Fay Pittaway bei der Weltmeisterschaft in Altenberg (Sachsen) bewiesen.

Schwierige Saison für Bauer und Co.

Insbesondere gilt das für Bauer. Der 27-Jährige ergatterte als Anschieber im Viererbob von Johannes „Hansi“ Lochner Bronze in Altenberg. An sich ein Riesenerfolg, das betont auch Bauer. Doch unter normalen Umständen hätte er sich mehr erhofft. Vor der Saison war das Ziel, die deutsche Nummer eins anzugreifen. Das ist Francesco Friedrich und sein Team. Es sollte nicht gelingen. Friedrich und Co. schnappten sich WM-Gold und liegen auch im Weltcup an der Spitze. Das Quartett um Lochner rangiert auf Rang vier. Zufrieden ist Bauer damit weniger, doch er weiß diese Platzierungen einzuordnen: „Das war eine schwierige Saison für uns.“

Florian Bauer hat die Zuschauer vermisst.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden nur vier statt acht Weltcups im Viererbob gefahren. Wenig Zeit also, um sich als Team und mit dem Material abzustimmen. Insbesondere der zweite Punkt beschäftigte die Truppe um Lochner über die Saison hinweg. Zwei verschiedene Bob-Fabrikate wurden gefahren. „Das war für den Hansi schwierig. Das ist, als wenn man mal mit einem VW, dann mit einem BMW oder Mercedes fährt.“ Zudem schlief auch die Konkurrenz wie der Österreicher Benjamin Maier (WM-Silber und Platz zwei im Weltcup) oder der Kanadier Justin Kripps (Dritter im Weltcup) nicht. „Wir haben gesehen, dass wir uns ganz schön strecken müssen.“ Somit herrschte nach dem Gewinn der Bronzemedaille doch allgemeine Zufriedenheit.

WM wie Training im Rennanzug

Was Bauer dabei vermisst hat, waren aber vor allem die Zuschauer. „Es wäre vermessen, zu sagen, dass man bei der WM nicht motiviert ist. Aber bei der Anspannung fehlt einem etwas.“ Normalerweise grölen und jubeln bis zu 15 000 Menschen, wenn die Bobs über die Ziellinie schießen. „Jetzt war das beinahe wie Training mit Rennanzug.“

In seinen für den Zweierbob zwängte sich Bauer bei der WM nicht. Zusammen mit Lochner schnappte sich Eric Franke Silber. Zum einen nahm Bauer nicht hinter Lochner Platz, weil sich der BRC-Athlet im Oktober einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Zum anderen, weil sich das Team im vorolympischen Jahr aufteilte. „Das hat auch etwas mit der Förderung durch den Verband zu tun. Da wäre es unfair, wenn der Ersatzmann gar nicht fährt.“

Ab auf den Schlitten und kopfüber in den Eiskanal: Ashleigh Fay Pittaway startet für Großbritannien.

Pittaway verpasst die anvisierten Top Ten

Solche Gedanken muss sich Pittaway nicht machen. Sie stürzt sich kopfüber allein auf ihrem Schlitten in den Eiskanal. Bei der WM war sie aber nicht so erfolgreich wie erhofft. Geliebäugelt hatte sie mit einem Platz in den Top Ten, war ihr das doch zuvor im Weltcup zweimal gelungen. In Altenberg musste sie aber mit Rang 14 Vorlieb nehmen.

Ashleigh Fay Pittaway hat sich mehr erhofft.

Christoph Gaisreiter vermutet bei Pittaway das falsche Material

Die 20-Jährige, die für Großbritannien startet, war selbst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, dafür aber Christoph Gaisreiter, BRC-Vorsitzender. „Ihre Fahrlinie war top, daran lag es sicher nicht. Ich glaube eher, dass ihr Material mit den kalten Temperaturen nicht ganz zusammenpasste“, vermutet Gaisreiter. Er selbst hatte Pittaways Läufe in der Arbeit per Laptop verfolgt. Die von Bauer zusammen mit einem Kumpel vor dem heimischen Fernseher. Gaisreiters WM-Fazit: „Der BRC wurde fantastisch vertreten.“

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