Dytrt präsentiert sich von ihrer besten Seite

- Berlin - Die schwarzen Pailletten des Kostüms glitzerten, die silbernen blitzten, und der Glanz spiegelte sich in den Augen der Läuferin wider. Mit einem souveränen Kurzprogramm beeindruckte Annette Dytrt (München) am ersten Tag der Deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften in Berlin, verdient übernahm sie die Führung, und nun hat sie Samstagabend bei der Entscheidung in der Kür beste Chancen, den im vergangenen Jahr gewonnenen Titel zu verteidigen. Wer sich an das Ende der vergangenen Saison erinnerte - an den enttäuschenden 21. Platz bei der Europameisterschaft in Malmö, an die Entscheidung der Deutschen Eislauf-Union (DEU), sie daraufhin wegen mangelnder Perspektive nicht für die Weltmeisterschaft zu nominieren - , der erkannte Dytrt diesmal kaum wieder.

<P>Schön laufen konnte sie immer schon, aber diesmal glänzte sie mit einer stabilen Präsentation voller Tempo, Schwung und Selbstbewusstsein. Zum "Danse Macabre" vom Camille Saint-Saens wurden ihre Schritte und Bewegungen zum Ende hin immer sicherer und überzeugender, und es sah so aus, als fühle sie sich ganz zu Hause in diesem Tanz, in dieser Choreografie. Vielleicht auch ein Verdienst der berühmten russischen Trainerin Tatjana Tarasowa, bei der sie sich im Sommer bei einem kurzen Trainingsaufenthalt Vorschläge und Inspirationen geholt hatte.</P><P>Aber in Sicherheit ist sie noch lange nicht, denn dazu ist die Konkurrenz aus dem Badischen auf den Platzen zwei bis vier zu gefährlich: Denise Zimmermann (15), Christrina Berger (16) und Katharina Häcker (17), alle aus Mannheim. Vor allem Christiane Berger, die mit einem Sturz beim Doppelaxel eine bessere Plazierung verpasste, aber wegen des Gesamteindrucks des Programms auf Platz drei gesetzt wurde und damit auch noch eine Chance auf den Titel hat.</P><P>Dass die Eistänzer Kati Winkler und René´ Lohse Sonntag ihren sechsten Meistertitel im Eistanz gewinnen werden, steht dagegen nicht zur Diskussion. Seit Jahren sind die Berliner in deutschen Landen eine Klasse für sich - unabhängig von der Zahl der Konkurrenten. Aber die tendiert diesmal gegen null, nachdem die Zweiten vergangenen Jahres und potentielle Erben, Steinel/Tsvetkov (München), nicht mehr dabei sind. Miriam Steinel (22), die seit Jahren auf der Suche nach einem sinnvollen Kompromiss zwischen Eislauf und Studium war, hat sich für den Beruf entschieden und die Karriere beendet. Ob es für den gebürtigen Russen Vladimir Tsvetkov noch eine Zukunft als Eistänzer gibt, wird davon abhängen, ob sich in absehbarer Zeit eine passende Partnerin findet.</P><P>So sind die jungen Dortmunder Geschwister Christina und William Beier bei den 102. Deutschen Meisterschaften Kati Winklers und René´ Lohses einzige Konkurrenten - und künftige Trainingspartner in Oberstdorf. Mitten in der Saison und unter dem Eindruck der Leistungsstärke der anderen Paare bei den ersten internationalen Wettbewerbe im Kreise der sogenannten Senioren entschieden sich die Baiers, nach Oberstdorf zu Meistertrainer Martin Skotnicky zu wechseln. Mit einem einleuchtenden Argument: "Wenn man es in die Weltspitze schaffen will, muss man sich an ihr orientieren. Durch Training mit Winkler/Lohse erhoffen wir uns neue Impulse."</P>

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