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Gewinner unter sich! Auch Lindsey Vonn ließ sich die Silber-Sause nicht entgehen.

Lindsey Vonn feiert mit

Eishockey-Helden feiern "Beginn einer neuen Eiszeit"

55,5 Sekunden fehlten den deutschen Eishockey-Helden zu Olympia-Gold. Nach der ersten Enttäuschung über das 3:4 im Finale gegen Rekordweltmeister Russland überwog der Stolz auf eine historische Leistung.

Pyeongchang - Selbst Lindsey Vonn feierte mit, als die Eishockey-Helden von Pyeongchang im Deutschen Haus die heißeste Party der letzten Olympia-Nacht starteten. Zum Motto "Beginn einer neuen Eiszeit" stürmten Christian Ehrhoff und Co. die Bühne, tanzten auf den Tischen und köpften die Sektflaschen reihenweise. Das Final-Drama vom Nachmittag verblasste mit jedem Bier ein bisschen mehr.

Sturms Jungs stürmen das deutsche Haus - die Bilder zur Silber-Sause 

„Wir waren drei Minuten Olympiasieger“

Acht Stunden zuvor war für die deutschen Nationalspieler noch eine Welt zusammengebrochen, als die Russen ihnen brutal das Gold vom Silbertablett rissen. "Wir waren drei Minuten Olympiasieger", sagte Verteidiger Moritz Müller in der ersten Enttäuschung. Bis 55,5 Sekunden vor Schluss hatte die grandios aufspielende Mannschaft im Endspiel-Thriller gegen den Rekordweltmeister mit 3:2 geführt, die größte Sensation in der Eishockey-Geschichte lag in der Luft.

Später, mit Silber um den Hals, siegte trotz des dramatischen 3:4 (0:1, 1:0, 2:2, 0:1) nach Verlängerung der Stolz über den Schock. "Auf dem Bild, auf das wir unser Leben lang schauen werden, wollte ich nicht mit irgendeiner Grimasse stehen, sondern mit einem Lachen im Gesicht", sagte Torjäger Patrick Reimer nach der Siegerehrung für eine historische Leistung. "Meine Spieler und ich werden diese Tage niemals vergessen", ergänzte Bundestrainer Marco Sturm: "Solch ein Spiel gibt es nur einmal im Leben."

„Normalerweise sitzen wir vor dem Fernseher“

Nach dem Tor von Jonas Müller (57.) waren Gold und das Wunder von Pyeongchang zum Greifen nahe. Doch Nikita Gusew (60.) erzwang die Verlängerung, in der Kirill Kaprisow nach 9:40 Minuten die deutschen Himmelsstürmer von Wolke sieben holte - Reimer saß auf der Strafbank. Es war ein Drama, manchen Spieler erinnerte es an die Traumfabrik Hollywood. "Vielleicht möchte das ja irgendjemand dort verfilmen", sagte der erneut überragende Torhüter Danny aus den Birken: "Dann hoffe ich nur, dass mich Brad Pitt spielt."

Filmreif war der sensationelle Sturmlauf des krassen Außenseiters bis ins Endspiel auf alle Fälle. "Wir hätten nie damit gerechnet, hier das Finale zu erreichen", sagte Sturm: "Normalerweise sitzen wir zu Hause und gucken das vor dem Fernseher. Aber wir sind hier!"

Nach dem 4:3 gegen Weltmeister Schweden und dem 4:3 gegen Rekord-Olympiasieger Kanada hatte seine Mannschaft bereits vor dem Finale die Legenden der Vergangenheit, die 1932 und 1976 jeweils Bronze gewonnen hatten, übertroffen. Im Endspiel geriet sie eine halbe Sekunde vor der ersten Drittelsirene durch Slawa Wojnow (20.) und im Schlussabschnitt durch Gusew (54.) zweimal in Rückstand, zweimal meldete sie sich mit dem Ausgleich zurück: durch Felix Schütz im Mittelabschnitt (30.) und durch Dominik Kahun nur zehn Sekunden nach dem 1:2 (54.).

Vom Zapfhahn direkt zum Flughafen

"Am Ende überwiegt der Stolz", sagte Ehrhoff, der vier Stunden später im Lichterzauber der Schlussfeier im Olympiastadion die deutsche Fahne schwenkte. Danach zogen alle weiter ins Deutsche Haus, um den letzten Rest der Enttäuschung wegzuspülen. Plötzlich stand auch Ski-Queen Vonn vor der Tür. "Ich wollte ein bisschen Spaß haben", sagte sie dem SID.

Direkt vom Zapfhahn geht es für die Nationalspieler am Montagmorgen zum Flughafen und zurück in die Heimat, in der sie mit ihren historischen Siegen eine Eishockey-Begeisterung auslösten, die zum Boom werden soll. "Sie haben ein ganzes Land elektrisiert - vom Jüngsten bis zum Ältesten", sagte DEB-Präsident Franz Reindl.

Mehr als fünf Millionen hatten schon beim Halbfinale vor dem Fernseher gesessen, zum Endspiel schalteten mehrere Millionen sogar morgens um fünf ein. "Wir sind alle Fußballfans", sagte Moritz Müller, "aber doch der Meinung, dass Platz für mehr als eine Sportart in Deutschland ist. Ich hoffe, dass es Signalwirkung hat und die Eltern ihre Kinder zum Eishockey schicken."

SID 

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