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Eiskunstlauf-WM spukt in den Köpfen herum

- Berlin - Wie es dem deutschen Eiskunstlauf geht, drei Monate vor den Weltmeisterschaften in Dortmund? Könnte besser sein, gemessen an den Eindrücken aus dem frühen Teil der Saison, könnte viel besser sein. Aber darauf kommt es jetzt nicht mehr an; mit den nationalen Meisterschaften an diesem Wochenende in Berlin beginnt die Zeit der entscheidenden Prüfungen, und sie beginnt auf eine Art, die im Vergleich zu allen anderen Wintersportarten einzigartig ist ihrer Konsequenz. Biathleten, Langläufern, Skifahrern und allen anderen bieten sich mit schöner Regelmäßigkeit in diversen Weltcups Chancen zur WM-Qualifikation, für die Eiskunstläufer aber gilt: Eine Chance bei den Deutschen Meisterschaften, und wer die nicht nutzt, der kann den Rest der Saison vergessen. In Berlin abheben, um in Dortmund landen zu können.

<P>Eine Konstellation, die nach Auffassung des Präsidenten der Deutschen Eislauf Union (DEU), Reinhard Mirmseker, aber auch treibende Elemente haben sollte. Der sagt: "Wer international groß werden will, muss sehr früh damit beginnen, Prüfungen dieser Art zu meistern." Weil die DEU für die Weltmeisterschaften nach den bescheidenen Resultaten des vergangenen Winters nur jeweils einen Startplatz in jeder der vier Disziplinen nutzen darf und damit die gleichen Vorgaben erfüllt wie die bewährten Kunstlauf-Mächte Brasilien, Neuseeland oder Zypern, ist der Wettbewerb härter denn je.</P><P>Und selbst die Zwischenstation bei den Europameisterschaften Anfang Februar in Budapest kann nur bedingt eine Hilfe sein. Zumal bei den Frauen nicht, denn die Deutsche Meisterin wird als einzige für die EM nominiert - Favoritin ist Titelverteidigerin Anette Dytrt aus München. Eine Konkurrenz von anderem Kaliber steht den Männern bevor. Jeder der drei potentiellen Kandidaten - Titelverteidiger Silvio Smalun (Oberstdorf), Stefan Lindemann (Erfurt) und Andrejs Vlascenko aus München in seiner letzten Saison - war schon Deutscher Meister, alle drei können es wieder werden, aber wer in Berlin auf Platz drei landet, der ist raus aus dem Rennen. Der Meister und der Zweite qualifizieren sich für die EM, und wer dort der Bessere ist, für den wird der Weg nach Dortmund führen.</P><P>Vergleichbar ist die Situation bei den Paaren - zwei zur EM, nur eines zur WM - aber da stellt sich vor allem die Frage, wie die Titelverteidiger Eva-Maria Fitze/Rico Rex und deren Chemnitzer Kollegen Enttäuschung und allgemeine Unruhe über den angekündigten Rückzug ihres Trainers, des früheren Weltmeisters Ingo Steuer, weggesteckt haben. Steuer, der sich vor kaum einem Jahr noch gern in der Rolle des Retters des deutschen Paarlaufs feiern ließ und für den sich der Verband in jeder Hinsicht mächtig engagierte, hat bekanntlich erklärt, er sei auf Dauer nicht in der Lage, die zahlreichen Aufgaben seines Lebens als Familienvater, Trainer und Profiläufer zu koordinieren - "daran gehe ich kaputt", hat er gesagt.</P><P>Bis zur WM wird er noch tätig sein, danach stehen seine drei Paare vor einer ungewissen Zukunft. Und wer weiß, wie schwer eine Läuferin wie Eva-Maria Fitze fern der Münchner Heimat ohnehin schon darum ringt, ihr Leben am Rande der Bulimie im Gleichgewicht zu halten, der kann sich vorstellen, dass diese Aufgabe nicht einfacher geworden ist. Die Musik ihres Kurzprogramms ist Mission Impossible.</P><P>Kati Winkler und René´ Lohse, die mit Abstand besten und erfolgreichsten deutschen Eiskunstläufer der vergangenen Jahre, tanzen in der Kür zum Thema Tag und Nacht, und es kann auch in diesem Fall sein, dass der Titel vieles beschreibt. Obwohl die beiden noch im Herbst das Gefühl hatten, so gut wie nie zuvor um diese frühe Zeit der Saison zu sein, endeten die Auftritte danach mit Rückschlägen, Stürzen und Unsicherheiten jeglicher Art über das neue Programm. Die seit Jahren gehegten und gepflegten Hoffnungen, in Dortmund vor heimischen Publikum eine Medaille gewinnen zu können, sind in den ersten Wochen des Winters nicht größer geworden. Unsicher ist bis auf weiteres auch, ob dies die letzte Saison für Winkler/Lohse nach mehr als einem Jahrzehnt im Tanztheater Eistraum sein wird. Einem Jahrzehnt voller Tage und Nächte.</P>

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