Simon Jocher (l.), Dominik Schwaiger (Mitte) und Manuel Schmid unten an der Alpspitzbahn, im Hintergrund das Wettersteingebirge
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Dominik Schwaiger (Mitte) ergattert ein Fahrrad als Siegerpreis. Simon Jocher (l.) und Manuel Schmid (r.) folgen hinter ihm in der Abfahrt.

Simon Jocher gewinnt bei der alpinen Ski-DM die Kombination vor Bastian Meisen

Fahrrad verpasst

  • vonPatrick Hilmes
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Abfahrt, Kombination und Super-G. In diesen Disziplinen wurden die Deutschen Meisterschaften der alpinen Ski-Fahrer auf der Kandahar ausgetragen. Unter den neuen Titelträgern ist auch Simon Jocher vom SC Garmisch.

Garmisch-Partenkirchen – Preise gibt es bei Sportveranstaltungen immer verschiedene. Klar, der obligatorische Blumenstrauß ist die meist gewählte Variante der Veranstalter. Mit den Blumen kämpft das Geld um Platz eins bei den Preisen. Doch manchmal gibt es mehr als nur was fürs Auge oder fürs Portemonnaie. Mal kann man ein Auto gewinnen, mal eine teure Uhr, mal einen Urlaub, mal andere Sachpreise. Bei den alpinen Deutschen Meisterschaften, die jetzt in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen wurden, erhielten die Sieger ein Fahrrad. Simon Jocher (SC Garmisch) hat bei der DM einen Sieg errungen, den in der Kombination. Mit nach Hause nahm er allerdings einen neuen Tourenrucksack.

Dominik Schwaiger (fast) unschlagbar in der Abfahrt

„Schade, ich hätte gerne ein Fahrrad gehabt“, gesteht Jocher schmunzelnd. Aufs neue Rad schwingen durften sich aber nur die Gewinner im Super-G und der Abfahrt. In diesen Disziplinen verpasste der SCG-Athlet Rang eins trotz seines Favoriten-Status’. Auf der Kandahar hatte der 24-Jährige je einen Fehler begangen. Im Super-G im Tröglhang, in der Abfahrt gleich nach dem Start. „Da hat es mich zu weit rausgedrückt, wodurch ich Geschwindigkeit verloren habe.“ Mit Platz zwei in der Abfahrt konnte Jocher aber gut leben, denn der Sieger hatte einen Sahnetag erwischt und bewegt sich eh mit dem gebürtigen Schongauer auf einem Level. Die Rede ist von Dominik Schwaiger. „Seine Fahrt war fast unschlagbar“, lobt Jocher seinen Teamkollegen. Im Super-G allerdings hat der Fehler Jocher den Sieg und somit das Fahrrad gekostet. „Da wäre mehr drin gewesen.“ Für ihn stand Rang vier mit lediglich 0,16 Sekunden Rückstand auf den Sieger zu Buche. Platz drei sicherte sich der Österreicher Otmar Striedinger, Zweiter wurde der Schweizer Lukas Zippert. Ganz oben auf dem Stockerl stand wieder Schwaiger, der sich damit Fahrrad Nummer zwei sicherte.

Bastian Meisen folgt Simon Jocher in der Kombination

In der Kombination führte derweil kein Weg an Jocher vorbei. Sein Vorsprung aus dem Super-G genügte, um die Spezialisten im Slalom auf Distanz zu halten. Sein schärfster Widersacher in der Kombi wollte ihm eigentlich „um die Ohren fahren“, das gelang Bastian Meisen – ebenfalls SC Garmisch – aber nicht ganz. Dennoch zeigte er sich durchaus zufrieden mit seiner Leistung in der Kombination. Vor allem weil er sich Silber schnappte und ihm die zweitschnellste Zeit im Slalom gelang. Einzig Stefan Luitz, frischgebackener Bronzemedaillen-Gewinner mit dem Team bei der WM, war um 0,34 Sekunden schneller. In der Endabrechnung landete Luitz auf Rang vier. Weniger glücklich verlief Meisens Start im Super-G, denn er sah das Ziel trotz Startnummer eins nicht. „Da lassen sie den unerfahrenen Techniker als erstes runter“, scherzt der 24-Jährige. Sein Gesamtresümee ist dennoch ein positives, auch wenn er feststellen musste, dass „die Speed-Leute dann doch noch etwas öfters in den Disziplinen unterwegs sind“ und er nicht ganz mit ihren Zeiten mithalten konnte.

Kira Weidle das Maß der Dinge bei den Damen

In der Damenkonkurrenz konnte keine der anderen Athletinnen mit Kira Weidle mithalten. Die WM-Silbermedaillengewinnerin wurde ihrem Favoriten-Status gerecht. Wie Schwaiger bei den Herren heimste Weidle zwei Fahrräder ein. „Dabei ist Kira nicht auf der letzten Rille gefahren“, berichtet Markus Anwander, Leiter des Bundesstützpunkts Alpin in Garmisch-Partenkirchen. Doch das sei auch gut bei einer DM, wenn die jüngeren und unerfahreneren Fahrerinnen nicht einen immensen Rückstand aufweisen. Eine von ihnen ist Nadine Kapfer vom SC Garmisch. Was sie in der Abfahrt mit Rang vier noch knapp verpasste, gelang ihr in der Kombination: ein Platz auf dem Stockerl. Kapfer sicherte sich Bronze, trotz gefrorener Zehen. „Das war gar nicht so lustig, denn die waren schon ziemlich dunkel“, berichtet Anwander. Doch die 21-Jährige hielt durch, wurde zusätzlich in einem FIS-Rennen Fünfte und im Super-G Achte. Die weitere gute Nachricht: „Die Zehen können dranbleiben“, erzählt der Stützpunktleiter.

Kira Weidle bekommt als Preis für ihre Siege im Super-G und der Abfahrt je ein Fahrrad.

Nachwuchsathleten des SC Garmisch überzeugen

Der war darüber hinaus auch sehr von Luis Vogts (SCG) Leistungen angetan. Der 19-Jährige feierte am Sonntag Geburtstag und beschenkte sich selbst mit dem Junioren-Titel in der Abfahrt. Ebenso habe Vogts Vereinskollege Maximilian Schwarz (Abfahrts-Silber bei der DJM) überzeugt, „auch wenn bei ihm noch etwas Luft nach oben war“, betont Anwander. „Die beiden haben wieder gezeigt, dass sie hoffnungsvolle Talente sind.“

Die Masse an jungen Skifahrern fehlt

Das Gesamtfazit des Stützpunktleiters ist ein überaus positives: Die Kandahar habe sich von ihrer besten Seite präsentiert, wurde auch von vielen Athleten gelobt und die Ergebnisse der Werdenfelser Athleten seien überaus ansprechend gewesen. Einziges Manko: die geringe Anzahl an jungen Skifahrern. „Hinten raus fehlt die Masse. Da bin ich etwas neidisch auf andere Nationen wie Italien, Österreich und Schweiz. Die haben viel mehr jüngere Skifahrer. Aber es nützt nichts, wir müssen einfach das Beste aus den wenigen Talenten machen.“

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