Schweres Zugunglück in Baden-Württemberg: Bahn rast in Betonteil und entgleist

Schweres Zugunglück in Baden-Württemberg: Bahn rast in Betonteil und entgleist
Perfekter Tag: Sieger Lars Berger – er gewann mit dem erst dritten Null-Fehler-Schießen seiner Karriere. Foto: dapd

Der Feind, das Stehendschießen

Ruhpolding - So sieht ein deutscher Biathlon-Wunschtraum aus: 1. Peiffer, 2. Wolf, 3. Greis. Die 15 000 Zuschauer in der Chiemgau Arena bekamen diese Rangfolge im Sprintrennen über 10 km sogar auf der Videowand präsentiert - allerdings handelte es sich dabei nur um das Halbzeitergebnis nach dem Liegendschießen.

Am Ende überwogen dann die langen Gesichter. Denn beim Stehendanschlag patzten die Deutschen gewaltig. Allein Michael Greis (zwei Fehlschüsse) konnte mit Rang 7 so einigermaßen zufrieden sein. Arnd Peiffer, der ebenfalls zwei Scheiben stehen ließ, landete auf dem 13. Rang, und Alexander Wolf musste gleich viermal in die Strafrunde und stürzte auf den 59. Rang zurück. „Das ging voll in die Hose“, sagte er, „ich könnte mich in den Hintern beißen“. Bundestrainer Mark Kirchner befand: „Das Stehendschießen war heute nicht unser Freund.“

Die Podestplätze wurden schließlich von drei Biathleten besetzt, die allesamt fehlerfrei blieben. Lars Berger, obwohl sonst ein eher unsicherer Schütze, setzte Norwegens Erfolgsserie fort und hielt seine Verfolger Martin Fourcade (Frankreich/21,7 Sekunden) und Ivan Tscheresow (Russland/23,8) auf Distanz. „Von Berger hat man bisher nicht viel gesehen“, wunderte sich Peiffer über den 31-Jährigen, der diesmal seine höher eingeschätzten Landsleute Emil Hegle Svendsen (4.), Tarje Bö (5.) und Ole Einar Björndalen (17.) in den Schatten stellte.

Aus deutscher Sicht machte zumindest der letztlich trügerische Zwischenstand etwas Mut - und auch die Laufleistung. Besonders schnell war Lokalmatador Michael Greis unterwegs, der sich über seine Schießfehler somit besonders ärgerte. „Schade, ich hätte um den Sieg mitlaufen können.“ Doch meinte er auch: „Ich wusste, ich muss was riskieren, um die Norweger angreifen zu können. Das hat nicht ganz geklappt.“

Etwas ratlos zeigte sich zunächst Arnd Peiffer: „Ich habe keine Ahnung, woran es lag. Aber das war schon kurios, wie sich das schlechte Stehendschießen durch das ganze Team gezogen hat.“ Zumal auch Christoph Stephan (24) nach einem Nuller liegend noch zweimal in die Strafrunde musste. Peiffer schöpft immerhin Hoffnung aus seiner starken Laufzeit: „Wenn es in der Loipe passt, gibt mir das ein gutes Gefühl für das Verfolgungsrennen am Sonntag. Da bin ich optimistisch.“ Eine gute Ausgangslage hat da auch Daniel Böhm, der trotz hoher Startnummer auf der durchweichten Strecke noch Zwölfter wurde und sich die halbe WM-Qualifikation sicherte.

Noch eine gute Nachricht erreichte das deutsche Lager aus dem Herzzentrum in München. Biathlontalent Simon Schempp war nach seinen jüngsten Beschwerden dort fast den ganzen Tag über untersucht worden. Der Befund: Der 22-Jährige hat definitv keine Schädigung und auch keine Entzündung des Herzmuskels. Das ist mehr wert als ein Podiumsplatz.

gib

Auch interessant

Kommentare