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Maria Höfl-Riesch hat wieder gut lachen.

Höfl-Riesch fällt ein Stein vom Herzen

Aspen - Maria Höfl-Riesch hat beim dritten Weltcup erstmals in dieser Saison das Podium erklommen und geht gestärkt in die ersten Speed-Rennen des Winters. Auch die anderen Deutschen überzeugten.

Wolfgang Maier war verärgert. „Wie kann man sich nur so anstellen?“, grantelte der Sportdiretor des Deutschen Skiverbandes (DSV) nach den Weltcup-Rennen in Aspen. Doch es waren nicht seine Ski-Rennläufer(innen), die Maier so nervten, sondern es war der FC Bayern - Maier ist glühender Verehrer des Fußball-Rekordmeisters. Dass ihm das 2:3 der Münchner in Mainz nicht dauerhaft die Laune verdarb, lag an Viktoria Rebensburg und Maria Höfl-Riesch. Die eine, Rebensburg, sorgte im Riesenslalom für den ersten Saisonsieg des DSV, die andere, Höfl-Riesch, fuhr mit Platz drei im Slalom erstmals auf Podium.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem, was wir geleistet haben“, sagte Maier, und vergaß auch Andreas Sander nicht, der in Lake Louise mit den Rängen 16 und 18 seine besten Karriere-Ergebnisse einfuhr. „Der Junge macht richtig Spaß!“ Das gilt auch für Rebensburg. Die Plätze zwei und eins hat die Olympiasiegerin in ihrer Spezialdisziplin in dieser Saison nun aufzuweisen. „Sie ist eine Klasse für sich, das Maß der Dinge im Riesenslalom“, lobte Maier. Teamintern entlaste sie zudem Höfl-Riesch als „zweite Leaderin. Das ist extrem gut für Maria.“

Ausfall in Riesen gut weggesteckt

Wie gut, das war nach zwei verpatzten Rennen zum Start am Sonntag in Aspen beim Slalom zu sehen. Nach einem recht wackligen ersten Lauf, den sie selbst der leichten Verunsicherung nach dem Aus im Riesenslalom zuschrieb, fuhr die Doppel-Olympiasiegerin noch von Rang vier nach vorne. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte Höfl-Riesch. Als sie im Ziel die „1“ vor ihrem Namen aufleuchten sah, reckte sie die rechte Faust in die Luft, später lächelte sie erleichtert: „Ich bin froh, dass ich den Ausfall im Riesen weggesteckt habe.“

Dass der Rückstand auf Tagessiegerin Marlis Schild (Österreich) mit fast zwei Sekunden recht groß war, war Maier „wurscht“, Höfl-Riesch führte es auf ihre nervliche Verfassung zurück: „Mit jedem Ausfall steigen die Zweifel, die hundertprozentige Sicherheit hat mir noch gefehlt.“ Damit dürfte es aber nun vorbei sein, meinte Maier: „Erfolg hilft dir aus jeder Notlage heraus. Dieses Ergebnis wird ihr Selbstvertrauen geben, nach dem Motto: Ich kann's ja noch! „ Überhaupt sah Maier die anfänglichen Probleme Höfl-Rieschs nicht dramatisch: „Man muss auch ihr mal ein kleines Loch zugestehen.“

Das „Löchlein“ ist zugeschüttet, mit frischem Mut greift Höfl-Riesch die ersten Speed-Rennen des Winters ab Freitag in Lake Louise an. „Ich freue mich sehr auf Lake Louise“, sagte die 27-Jährige über „einen meiner Lieblingsplätze im Weltcup“, wo sie im Vorjahr beide Abfahrten gewann: „Das Selbstvertrauen ist zurück, ich bin guter Dinge.“ Das Gegenteil gilt für ihre Dauer-Rivalin Lindsey Vonn. Die Amerikanerin musste ihren Slalom-Start wegen Rückenproblemen absagen, Stunden später gab sie die bevorstehende Scheidung von ihrem Ehemann Thomas bekannt. „Es ist eine sehr schwierige Zeit in meinem Leben“, sagte sie.

Seine wohl beste Zeit - zumindest als Sportler - erlebt der 22 Jahre alte Andreas Sander. „Gleich zwei Mal so sicher in den Punkten zu sein, ist ein Wahnsinnsgefühl“, sagte der Westfale. Cheftrainer Karlheinz Waibel ist sicher, dass Sanders Auftritt in Kanada „keine Eintagsfliege“ war, Maier sieht in dem Talent seinen „Weg bestätigt, junge Leute nachzubringen“. Vor den Rennen auf der ungleich anspruchsvolleren Strecke in Beaver Creek dämpfte Sander jedoch die Erwartungen: „Da war ich noch nie am Start. Ich erwarte mich daher nicht in den Top 20. Mein Ziel bleiben allein Punkte.“

sid

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