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Die Sicht der Zuschauer: Dank Nebel ein begrenztes Vergnügen.

Severin Freund enttäuscht

Keine Schanze in Sicht: Nebel verhindert Revanche

Oslo - Die deutschen Skispringer erleben in Oslo ein Weltcup-Wochenende zum Vergessen. Nach dem vierten Platz im Teamwettbewerb verhindert dichter Nebel das Einzelspringen.

Die Reise zum legendären Holmenkollen hätten sich die deutschen Skispringer um den dreimaligen Oslo-Sieger Severin Freund schenken können. 24 Stunden nach dem enttäuschenden vierten Platz im von Slowenien dominierten Mannschaftswettbewerb verhinderte dichter Nebel die erhoffte Rehabilitation im Einzel. „Heute war kein Skisprungtag. Bei diesen Bedingungen war ein Springen nicht möglich“, kommentierte Bundestrainer Werner Schuster die dritte Saison-Absage.

Nachdem die Jury den am Sonntag nach zwei Springern zunächst unterbrochenen Wettbewerb immer wieder verschoben hatte, fällte sie nach eineinhalb Stunden vergeblichen Wartens die endgültige Entscheidung. „Aus sportlicher Sicht hätten wir springen können, weil der Wind etwas schwächer geworden war. Aber bei der eingeschränkten Sicht war eine Bewertung der Sprünge nicht möglich“, sagte FIS-Renndirektor Walter Hofer.

Am Vortag war das Mannschaftsspringen für die deutschen Ski-Adler so richtig daneben gegangen. Platz vier mit gewaltigen 62 Punkten Rückstand auf die siegreichen Slowenen um Vierschanzentourneesieger Peter Prevc war ein nicht erwarteter Rückschlag im Kampf um die Nationenwertung.

Alle Beteiligten haben sich verkalkuliert

Schuld daran hatten irgendwie alle Beteiligten: Die Springer Karl Geiger, Andreas Wellinger, Richard Freitag und Severin Freund, aber auch der Bundestrainer. Schuster wollte wegen der knappen Rückstände beim vorletzten Springer alles auf eine Karte setzen - und verzockte sich. „Ich hatte gedacht, dass die Verhältnisse besser werden. Deshalb bin ich bei Richard Freitag zwei Luken nach unten gegangen, um möglichst viele Zusatzpunkte zu holen. Doch dann schlief der Wind ein“, sagte Schuster zu seinem misslungenen Pokerspiel. „Es war ein Fehler von mir.“

Zudem war Freitag an diesem Tag der schwächste Springer im DSV-Quartett, in das sich Geiger mit sehr guten Trainingsleistungen an Stelle von Andreas Wank gekämpft hatte. Freitag kam nur auf 116 statt der erforderlichen 127 Meter - Platz drei war außer Reichweite. „Zum Glück war dichter Nebel, da konnte man meine Graupe nicht so sehen“, sagte Freitag mit Galgenhumor.

Doch nicht nur er war nicht auf der Höhe. „Alle außer Karl Geiger haben nicht das gebracht, was sie können. Schade, dass die drei Etablierten Geiger im Stich gelassen haben, denn er ist im Rahmen seiner Möglichkeiten sehr gut gesprungen“, betonte Schuster.

Die Kritik nahmen seine Schützlinge an. „Wenn keiner seine Leistung bringt, sieht man blöd aus“, sagte Freund, der mit seinen 128 Metern im zweiten Durchgang zumindest den vierten Platz sicherte. Die erhoffte Wiedergutmachung musste er auf Mittwoch verschieben - dann steht bereits der nächste Weltcup in Trondheim an.

dpa

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