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Die Deutschen Bob-Fahrer jubeln nach ihrem Sieg bei der Heim-WM am Königssee.

Technologischer Wettstreit

Knisternde Spannung vor Olympia-Bob-Wahl - „Nicht einfach für alle“

Königssee - Cheftrainer René Spies will sich vom historischen Dreifach-Triumph bei der Heim-WM am Königssee nicht blenden lassen. Er setzt sein Testprogramm mit zwei Bob-Herstellern auf der Olympia-Bahn in Pyeongchang konsequent fort. Doch im Hintergrund rumort es.

Update vom 20. März 2017: Die Olympischen Winterspiele 2018 werden weder in der ARD, noch im ZDF zu sehen sein. Dafür hat sich Eurosport die Rechte gesichert. Doch was heißt das für die Zuschauer? Wir erklären Ihnen, was es bedeutet, dass Olympia 2018 in Pyeongchang live im TV auf Eurosport gezeigt wird.

Der riesige Wanderpokal für den Viererbob- Weltmeister blieb in Bayern, denn Francesco Friedrich kam schon Stunden nach seinem ersten Viererbob-Titel seinen Vaterpflichten daheim im sächsischen Pirna nach. Der Berchtesgadener Johannes Lochner ließ es dagegen im VIP-Haus der Königsseer Bahn richtig krachen. „Ich kann es immer noch nicht fassen, zeitlich nach vier Läufen zusammen mit dem Franz Weltmeister, besser geht nicht“, sagte der Welt- und Europameister in der Königsklasse des Bobsports.

Cheftrainer René Spies genoss den historischen Dreifach-Triumph ruhiger. Sein Blick ging schon in Richtung Olympia 2018. Bereits am Mittwoch hebt der Flieger nach Südkorea zur internationalen Trainingswoche und zum Weltcup-Finale auf der Olympia-Bahn in Pyeongchang ab. Nach der Olympia-Schmach von Sotschi, wo die Deutschen erstmals seit 50 Jahren leer ausgingen, wird nun nichts mehr dem Zufall überlassen.

Doch im Hintergrund knistert es seit Wochen: Zwei Bob-Hersteller kämpfen um die Vormachtstellung. Auf der einen Seite der langjährige Partner, das staatlich geförderte Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten in Berlin (FES), auf der anderen Seite das Ein-Mann-Unternehmen Hannes Wallner aus Südtirol. „Es ist eine Situation zur Zeit, die nicht einfach ist für alle. Die letzten vier Monate waren nicht einfach mit zwei Hersteller in einem Team, das muss ich ehrlich sagen“, erläuterte Spies.

Technologischer Wettstreit

Die Tüftler kämpfen um jedes Hundertstel. Aerodynamische Hauben, windschnittige Sitzpositionen, perfekt gefräste Kufen, optimal auf den Piloten abgestimmte Lenksysteme. Da wird auch mal ins Innenleben des Konkurrenz-Bobs geschaut - was im Kufenlager eigentlich verpönt ist. Um den technologischen Wettstreit fair zu begleiten, werden vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) beim Wettkampf getrennte Garagen angemietet.

Doch die äußeren Umstände kosten Nerven. „Irgendwann wird es auch wieder Klarheit geben, und dann ist die Entscheidung abgeschlossen. Dann wird es auch für mich persönlich wieder einfacher“, meinte Spies, betonte aber: „Der Erfolg gibt dem Team am Ende recht. Wir müssen jetzt ganz kühl, ganz abgeklärt in aller Ruhe die nächsten Schritte vorbereiten.“

Noch nichts entschieden

Nach dem Saisonfinale müssen sich die Piloten für ein Gerät entscheiden. „Und dann werden wir den Vorschlag für das Bundesinnenministerium und DOSB machen, ehe sportpolitisch entschieden wird“, sagte Spies. Allerdings gibt es schon neue Tendenzen. „Ich habe mich festgelegt. Der FES-Schlitten wurde jetzt detailliert auf mich abgestimmt“, meinte der WM-Dritte Nico Walther.

Auch Lochner scheint sich aufgrund seiner Privat-Investition von rund 110 000 Euro auf Wallner festgelegt zu haben. WM-Double-Sieger Friedrich will die Ergebnisse in Pyeongchang abwarten. „Wir haben im Sommer noch eine Menge Arbeit vor uns, ausruhen können wir uns nicht“, sagte der Sachse.

Die Olympia-Vorbereitungsphase ist bereits geplant. „Wir sind soweit im Soll. Wir werden jetzt eh keine Sachen groß verändern“, sagte Spies. Von der Traum-WM will er sich nicht blenden lassen: „Wir wissen, was auf uns zurollt. Da rollen nicht zwei oder drei Gegner auf uns zu, sondern sechs bis acht.“

dpa

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