Ein Lachs für Fischers Sven

- Ruhpolding - Sven Fischer hat an dieser Saison noch nicht viel Freude gehabt. Zwei 7. Plätze waren seine besten Saisonresultate. Magere Zeiten also für einen, der schon Weltcup-Gesamtsieger war, zweimal Staffel-Olympiasieger und sechsmal Weltmeister. Und dennoch durfte der Biathlet aus Schmalkalden am Samstag die wohl schwerste Trophäe seiner Karriere stemmen, den "Goldenen Lachs". Eine Fisch-Skulptur für Fischer - erstaunliches Anglerglück also für den Thüringer mit Spitznamen "Fisch". Überbringer des Goldenen Lachses war der norwegische Botschafter Björn Thor Godal, und dieser rühmte den Preisträger mit den Worten: "Er hat gute Norwegen-Reklame gemacht."

Die Lachs-Skulptur, so erläuterte der extra nach Ruhpolding gereiste Diplomat, sei der "originellste Preis" seines Landes und soll "auf humorvolle Weise" Verdienste um die deutsch-norwegischen Beziehungen würdigen. Fischers Vorgänger waren die TV-Stars Günther Jauch (2001) und Sandra Maischberger (2002). Über den 32-jährigen Sportsmann sagte Godal: "Er hat in vielen Kopf-an-Kopf-Rennen mit unseren Biathleten in Deutschland das Interesse an Norwegen geweckt." In Ruhpolding stimmte der Stadionsprecher sogleich den traditionellen Kampfruf an: "Hopp, Fisch, hopp!"

Verdienste um die deutsch-norwegischen Beziehungen

Fischers Sven fühlte sich einst auch privat eng mit Norwegen verbunden. Mehrere Jahre war er mit einer hübschen Tochter des Landes, der Biathletin Annette Sikveland, liiert, wohnte und trainierte in deren Heimat, lernte fließend die Sprache. Die Beziehung mit Annette ging zwar in die Brüche, Fischer ist aber weiter ein willkommener Gast in Norwegen, beim Weltcup am Holmenkollen wird er alljährlich von den Zuschauern gefeiert, sogar der König hat ihn schon zu sich gebeten. "Ein tolles Land", bestätigte Fischer, der als Hobbyjäger - so verriet er - auch das Fleisch norwegischer Elche und Rentiere zu schätzen gelernt hat.

Naturalien anderer Art waren nun dem Preisträger beschieden: eine Tonne Lachs. Die verdiente sich Fischer in einem Quiz. Die drei Fragen verlas Biathlon-Superstar Ole Einar Björndalen, u.a. galt es folgende Klippe zu bewältigen: "Welche norwegische Pop-Gruppe feierte 2002 ihr Comeback? A) Naja, b) Ahso, c) Aha, d) Jamei." Die Antwort riefen jugendliche Fans von der Tribüne: Aha! Leichtes Spiel also für Fischer, der seinen Gewinn aber sogleich spendierte: 500 Kilo Lachs sollen an norwegische Altersheime verteilt werden, die andere Hälfte an deutsche Senioren. Fischers Begründung: "Die Alten werden oft vergessen, obwohl sie für uns alles aufgebaut haben." Schon ein toller Lachs, der Fisch.

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