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Der zweimalige Weltmeister David Möller.

Letzter Härtetest: Rodel-DM in Winterberg

Winterberg - Erst Winterberg, dann Whistler: 104 Tage vor dem Startschuss der Winterspiele 2010 stellen die deutschen Rodler mit den nationalen Meisterschaften die Weichen für die Olympia-Saison.

“Ich will in jedem Wettkampf mein Bestes geben. Und jeder Titel ist wichtig“, sagt der zweimalige Weltmeister David Möller vor dem Kräftemessen der deutschen Rodel-Asse am Samstag auf der Kunsteisbahn im Hochsauerland. Im Olympia-Winter ist die deutsche Meisterschaft gleich doppelt wichtig: Sie stellt auch den Abschluss der internen Qualifikation für das Weltcup-Team dar, das in eineinhalb Wochen auf der Hochgeschwindigkeitsbahn im kanadischen Whistler schon einmal Olympia-Luft schnuppern kann.

Bei den Männern läuft zum Abschluss der Qualifikation alles auf einen Zweikampf zwischen Möller und dem zweimaligen Weltmeister Felix Loch hinaus. Loch, nach seinem WM-Triumph vom Februar für den Weltcup gesetzt, gewann die ersten beiden Qualifikationsrennen. Möller war am Donnerstag in Winterberg erfolgreich und hat alle Chancen auf seinen vierten Meistertitel: “Das war eine Genugtuung - nicht mehr und nicht weniger. Ich weiß aber genau, wo meine Baustellen liegen.“

Die Entscheidung bei den Frauen wird zum erneuten Duell zwischen Titelverteidigerin Tatjana Hüfner und Europameisterin Natalie Geisenberger. Starke Frühform zeigte bisher Geisenberger, die zwei der drei Qualifikationsrennen gewann. “Ich habe mich im Sommer zu 100 Prozent auf den Sport konzentriert und es ist ein geiles Gefühl zu sehen, dass sich das auch in den Ergebnissen bemerkbar macht“, sagte die 21-Jährige. Die Eisrinne von Winterberg gehört nicht zu ihren Lieblingsbahnen, doch zum Start in den Olympia-Winter soll ihr zweiter deutscher Meistertitel her: “Bei der Leistungsdichte im eigenen Land wäre der Titel sicherlich gut für das Selbstbewusstsein. Meine Saison- und Trainingsplanung ist aber eindeutig auf Februar ausgerichtet.“

Mit einer souveränen Vorstellung meldete sich in Winterberg die zweimalige Weltmeisterin Tatjana Hüfner zurück. Mehr als eine halbe Sekunde Vorsprung auf Konkurrentin Geisenberger konnte Hüfner mit ihrem neuen Schlitten herausfahren und war nach Wochen des Grübelns zufrieden: “Die Vorbereitung lief für mich wieder etwas holprig. Nun bin ich froh, dass es jetzt auch fahrerisch mit dem richtigen Gefühl im Gesäß immer besser wird. Aber zur DM muss ich mich noch einmal steigern.“

Fraglich ist der Start der Doppelsitzer-Titelverteidiger Patric Leitner und Alexander Resch, die am Donnerstag schwer stürzten. “Es war brutal, wie das geknallt hat“, sagte Resch, dessen Steuermann Leitner Prellungen erlitt. “Sein Körper ist ein einziger blauer Fleck.“ Ob die Routiniers am Samstag starten können, war unklar. Ihren Platz im Weltcup-Team dürften die Bayern aber ebenso sicher haben wie das Nachwuchs-Duo Tobias Wendl und Tobias Arlt. Gesetzt sind die WM-Zweiten André Florschütz und Torsten Wustlich.

dpa

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