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Sind derzeit im Langlauf eine Klasse für sich: Marit Björgen, Therese Johaug und Heidi Weng aus Norwegen.

"Lillehammer-Triple"

Langläuferinnen überraschen - Herren schwächeln

Lillehammer - Die olympische Staffel-Medaille hat den deutschen Langläuferinnen neue Motivation gegeben. Sie laufen stabil vorn mit. Die Männer dagegen müssen mehr denn je kämpfen.

Die deutschen Skilangläuferinnen haben beim „Lillehammer-Triple“ mit einem starken Teamergebnis hinter den dominierenden Norwegerinnen überzeugt und Erinnerungen an Olympia geweckt. Nahezu zeitgleich überquerte das Bronze-Quartett von Sotschi am Sonntag beim 10-Kilometer-Verfolgungsrennen im klassischen Stil die Ziellinie. Denise Herrmann wurde 14. vor Stefanie Böhler. Claudia Nystad folgte als 17., Nicole Fessel belegte Rang 20. Ein in der Breite derart solides Abschneiden zu einem so frühen Zeitpunkt in der Saison hatte es schon seit Jahren nicht mehr gegeben.

„Die Bronze-Medaille von Sotschi hat uns alle motiviert“, sagte Fessel. Trotz gesundheitlicher Probleme in der unmittelbaren Saisonvorbereitung hat sie bereits nach dem zweiten Weltcup-Wochenende eine halbe WM-Norm für die Teilnahme an den Titelkämpfen im Februar in Falun in der Tasche.

Norwegerinnen sind derzeit eine Liga für sich

Entspannt, was dies anbelangt, können Herrmann und Böhler die nächsten Rennen angehen. Die Freundinnen und Zimmerkolleginnen sind in Schweden dabei. „Ich bin schon glücklich. Da gibt es keine Zitterpartie“, meinte Böhler, die am Sonntag alle Kraft und Konzentration in das Verfolgungsrennen legte, um unter die besten 15 zu kommen. „Ich habe hart gekämpft, um die Plätze gutzumachen“, sagte die Schwarzwälderin.

In deren Sog kam auch Nystad gut über die eher ungeliebte Klassik-Distanz. „Es läuft richtig gut. Ich bin viel stabiler als voriges Jahr und deshalb auch optimistisch, bald die WM-Norm erfüllen zu können“, bemerkte die Oberwiesenthalerin, die in allen bisherigen drei Distanzrennen unter die besten 25 kam.

Die Leistung der deutschen Damen bekommt noch einen höheren Stellenwert, weil sich vor ihnen allein sieben Norwegerinnen platzierten. Dass Marit Björgen, Therese Johaug und Heidi Weng derzeit in einer Liga für sich laufen, ist nicht neu. Bei weiteren Weltcups werden dann aber nicht mehr so viele Starterinnen aus dem Norge-Team dabei sein, so dass sich auch die Platzierungen der anderen Läuferinnen relativieren.

Bester Deutscher auf Rang 36

Von den deutschen Männern bleiben derzeit die Zeichen auf Besserung aus. Zwar dominieren auch hier die Norweger mit den Lillehammer-Siegern Martin Johnsrud Sundby, Finn Haagen Krogh und Sjur Röthe, doch die DSV-Starter sehen wenig Land.

Tim Tscharnke wurde in der Endabrechnung 36., Jonas Dobler kam auf Rang 38. Bundestrainer Frank Ullrich will aber wegen des Neuaufbaus nach dem Rücktritt der Angerer, Teichmann und Filbrich nicht von einer Krise sprechen. „Der Wille, den Zug nach vorn aufzunehmen, ist keinem abzusprechen. Es fehlt den Männern noch an Stehvermögen, wir haben noch jede Menge Arbeit vor uns“, sagte der Coach.

Er will das über Wettkampfhärte erreichen und deshalb auch nicht Trainingspausen einlegen. Ob es dann mit Plätzen klappt, die die WM-Norm bedeuten, sei dahingestellt. „Wir sollten jetzt nicht Plätzen hinterherlaufen, sondern weiter Fähigkeiten entwickeln, die Platzierungen möglich machen“, betonte Ullrich.

dpa

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