Martin Schmitt
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Ziiiiiiiiieh! Martin Schmitt schloss seine Saison mit einem Super-Satz ab.

Schmitt fliegt 216 Meter weit

Nach einer tollen Aufholjagd und Platz zehn beim Weltcup-Finale im Skifliegen strahlte Martin Schmitt am Ende einer erfolgreichen Saison mit der Sonne über Planica um die Wette.

Beim Sieg des Finnen Harri Olli verbesserte sich der 31- Jährige am Sonntag mit einem fantastischen Flug auf 216 Meter im Finaldurchgang um 14 Plätze und feierte damit einen gelungenen Abschluss des durch WM-Silber gekrönten Winters. “Wenn man mit solch einem Sprung aus der Saison herausgeht, ist das natürlich schön. Da hat alles gepasst. Unter dem Strich bin ich sehr zufrieden. Ich habe einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht und konnte mich wieder in der Weltspitze etablieren“, bilanzierte Schmitt.

In der knapp dreistündigen Konkurrenz, die wie schon an den Vortagen wegen des ständig wechselnden Windes von vielen Unterbrechungen geprägt war, setzte sich Olli mit Sprüngen von 211 und 219,5 Metern vor dem Polen Adam Malysz durch. Den dritten Platz teilten sich Simon Ammann aus der Schweiz und der Slowene Robert Kranjec. Die deutschen Springer, die am Samstag beim von Norwegen dominierten und nach einem Durchgang abgebrochenen Team-Wettbewerb nur Platz sechs belegt hatten, enttäuschten mit Ausnahme von Schmitt. Michael Neumayer wurde 19., Stephan Hocke 29. und Michael Uhrmann 30.

“Wir haben einige Rückschläge einstecken müssen, sind aber insgesamt ein Stück voran gekommen. Bis zu den Olympischen Winterspielen ist es aber noch ein weiter Weg, auf dem es viel zu tun gibt“, bilanzierte Bundestrainer Werner Schuster. “Insgesamt hat die Saison unseren Erwartungen entsprochen. Mit viel Engagement wurde viel bewegt. Auch wenn es einige Tiefpunkte gab, hatten wir doch mehr Höhepunkte. Das ist eine gute Plattform für den Olympia-Winter.“

Beim Saisonfinale verspielte Schmitt seine Chancen auf ein Top- Resultat mit 176,5 Metern im ersten Durchgang. Seine gute Laune konnte dies allerdings nicht trüben. “Für mich war das eine gute Saison, die richtig Spaß gemacht hat. Der Höhepunkt war natürlich die WM-Medaille im Einzel, das ist immer etwas Besonderes“, sagte der 31- Jährige. 15 Top-Ten-Platzierungen im Weltcup, darunter zwei Podestränge in Zakopane und bei der Vierschanzentournee in Innsbruck, waren eindrucksvoller Beleg seiner wiedergewonnenen Stärke. “Ich kann jetzt im Sommer die Arbeit auf einem höheren Niveau beginnen und werde mich gut auf die Olympia-Saison vorbereiten“, sagte Schmitt.

Auf der größten Schanze der Welt hatte der Routinier bereits im ersten Versuch des Tages auf 217,5 Meter seine Klasse unterstrichen. Allerdings ging der Sprung nicht in die Wertung ein, weil die Jury bei “Kaiser-Wetter“ mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein direkt danach den Anlauf um vier Luken verkürzte. Trotzdem kam der Schweizer Simon Ammann auf 233 Meter, so dass der Durchgang ein zweites Mal abgebrochen und neu gestartet werden musste. “Das war die einzig richtige Entscheidung. Ich bin froh, dass Ammann nicht verletzt wurde. Ich habe noch nie einen Springer gesehen, der so hoch über dem Hang schwebte“, sagte Schuster.

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