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Wieder obenauf: Mit ihrem Sieg im Super-G feiert Viktoria Rebensburg in der Frühphase der Saison ein vor allem psychologisch wichtiges Erfolgserlebnis.

Nach Super-G-Sieg in der Entscheidungs-Zwickmühle

Rebensburg steht auf dem zweiten Standbein stabiler

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„Riesenslalomspezialistin“ ist eigentlich Viktoria Rebensburgs zweiter Vorname. In dieser Disziplin wurde sie 2010 Olympiasiegerin, holte dazu noch eine Bronzemedaille bei Olympia, gewann zweimal WM-Silber und dreimal die Kleine Kristallkugel.

Aber in den vergangenen Jahren wurde sie auch in den Speed-Disziplinen Abfahrt und Super-G immer stärker – ohne allerdings regelmäßig die ganz großen Erfolge wie im Riesenslalom einzufahren. Mit ihrem Sieg im Super-G im kanadischen Lake Louise am Sonntag ist aber endgültig klar: Die Kreutherin hat sich ein zweites Standbein aufgebaut. Und das steht aktuell sogar stabiler als das erste.

In den ersten beiden Riesenslaloms der Saison landete sie auf einem 13. und einem siebten Platz. „Es ist echt schön, auch einmal in Lake Louise ganz oben zu stehen. Ich habe einige Jahre darauf gewartet“, sagt Rebensburg.

In den beiden Abfahrten am Freitag und Samstag hatte sie mit einem vierten und einem neunten Platz ebenfalls ordentliche Ergebnisse eingefahren. In der schnellsten aller Disziplinen muss sie aber weiter auf ihren ersten Weltcup-Sieg warten.

Im Super-G ist Rebensburg schon länger Sieganwärterin. Sie gewann dort zuletzt beim Weltcup-Finale in Andorra im März und hatte auch schon 2012 und 2013 je einen Weltcup-Sieg geholt. Jetzt hat sie im Super-G zum ersten Mal das Gefühl, das sie sonst bis jetzt nur aus dem Riesenslalom kennt: Sie ist die Gejagte und geht als Führende des Disziplin-Weltcups in das nächste Rennen am Samstag in St. Moritz.

„Eine rote Nummer im Super-G zu tragen ist richtig cool“, sagt sie. Rebensburg fühlt sich momentan wohl auf den langen Skiern. „Das war von Anfang an so, seit dem ersten Speedtraining der Saison in Copper Mountain läuft es“, sagt sie. Und doch ist die Trainingsgestaltung eine Herausforderung für die 30-Jährige.

Den Riesenslalom bezeichnet sie weiter als ihre Lieblingsdisziplin. Kein Wunder, 14 ihrer 18 Weltcupsiege holte sie dort. Sie stand im Riesenslalom mehr als doppelt so oft auf dem Podium wie in Super-G und Abfahrt zusammen. Trotzdem wirft das erfolgreiche Speed-Wochenende in Lake Louise Fragen auf: Wann und wie intensiv konzentriert sie sich in Zukunft im Training auf den Riesenslalom? Wann trainiert sie Super-G und Abfahrt, um dort ihre Leistungen zu bestätigen oder vielleicht sogar zu übertreffen?

Rebensburg hat sich schon vor dieser Saison viele Gedanken über die Trainings- und Rennplanung gemacht. „Es wird immer schwieriger, auf hohem Niveau in drei Disziplinen ganz vorne dabei zu sein“, hat sie festgestellt. „Man muss in allen Disziplinen genügend Tore fahren und braucht auch die Erfahrung beim Material.“

Es könnte sein, dass Viktoria Rebensburg bald noch mehr darüber nachdenken muss. So ein zweites Standbein ist zwar schön, aber es muss eben auch trainiert werden.

cf

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