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Felix Neureuther in Aktion. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Hirscher sichert sich Gesamtsieg

Neureuther bekommt einen "auf den Deckel"

Kranjska Gora - Skirennfahrer Felix Neureuther hat den fünften Riesenslalom-Podestplatz seiner Weltcup-Karriere verpasst. Der 30-Jährige musste sich im slowenischen Kranjska Gora beim Sieg des Franzosen Alexis Pinturault mit Rang fünf begnügen.

Felix Neureuther hob fast entschuldigend die Skistöcke, Fritz Dopfer stapfte schweigend durch den Schnee: Die beiden deutschen Ski-Stars haben die angestrebten Podiumsplätze beim vorletzten Weltcup-Riesenslalom der Saison klar verpasst. Während Dopfer nach Platz 27 wütend und wortlos ins Teamhotel schlich, jammerte Neureuther nach eigener Aussage „auf hohem Niveau“ über einen eigentlich ganz ordentlichen fünften Rang.

Bei schwierigen Bedingungen im slowenischen Kranjska Gora wäre allerdings mehr drin gewesen, das war Neureuther bewusst. Als Zweiter war er zeitgleich mit Vize-Weltmeister Marcel Hirscher aus Österreich ins Finale gegangen, die Spitze war mit Alexis Pinturault (Frankreich) nur 0,61 Sekunden weit weg. Doch während Pinturault unbeirrt zu seinem neunten Weltcup-Sieg carvte und Hirscher sich trotz eines schweren Fehlers mit Rang zwei vorzeitig den Gesamtsieg in der Disziplinwertung holte, fiel Neureuther zurück.

„Das war alles zu zaghaft, da hätte viel mehr Punch dazugehört. Aber so ist es bei uns: Wenn du kontrolliert runterfährst, kriegst du halt mal einen auf den Deckel“, sagte Neureuther in der ARD zu seinem zu verhaltenen zweiten Lauf.

Den war der 30-Jährige mit einiger Vorsicht angegangen, weil er aufgrund der Temperaturen über dem Gefrierpunkt eine weiche Piste vorzufinden glaubte. „Ich habe es mir schwerer vorgestellt, als es dann zu fahren war, habe angedriftet, wo es nicht hätte sein müssen“, sagte Neureuther. Das kostete ihn die entscheidenden Hundertstelsekunden. Auf Pinturault fehlten ihm 1,98 Sekunden zu Platz drei, den der Franzose Thomas Fanara holte, 1,05.

Noch schlimmer erwischte es Dopfer. Als Zwölfter des ersten Laufs wollte der Garmischer im Finale angreifen, zeigte dort aber ein völlig verkorkstes Rennen. „Ich habe den Fritz seit Jahren nicht so fahren sehen, da hat wirklich nix zusammengepasst“, sagte die dreimalige Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch ungläubig. Stefan Luitz aus Bolsterlang büßte im zweiten Durchgang acht Plätze ein und kam auf Rang 18. Das war nach seiner Verletzung aber immerhin sein bestes Ergebnis.

Neureuther indes will bereits am Sonntag Wiedergutmachung betreiben, wenn es im Duell mit Hirscher um die Slalom-Kugel geht. Neureuther startet mit 66 Punkten Vorsprung auf seinen Kumpel in den vorletzten Torlauf des Winters. Hirscher aber kann diesen verhältnismäßig relaxt angehen: Nicht nur gewann er zum zweiten Mal nach 2012 die Wertung im Riesenslalom, auch im Gesamtweltcup ist der Sieger der vergangenen drei Winter kaum mehr einzuholen. Sein Vorsprung auf Kjetil Jansrud (Norwegen) beträgt 124 Punkte.

sid/dpa

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