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Zu Besuch beim Koch der deutschen Olympia-Athleten

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Von: Mathias Müller

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Heiko Götz mit Olympiasieger Eric Frenzel
Heiko Götz mit Olympiasieger Eric Frenzel © fkn

Heiko Götz ist der Koch der deutschen Teilnehmer bei den Olympischen Spielen 2018 in Südkorea. Er verrät, wie er Frenzel, Dopfer, Dahlmeier & Co. verwöhnt

Das Athletendorf für die Hallen-Sportarten Eishockey, Eisschnelllauf & Co. steht an der Küste in Gangneung, die Schneesportler sind oben am Berg in einem zweiten Olympiadorf in der Nähe des Alpensia Parks untergebracht. Olympiasieger Eric Frenzel wohnt in keinem der beiden – mit den anderen Kombinierern und den Alpin-Technikern Dopfer, Schmid und Strasser teilt er sich die Präsidenten-Suite in einem nahen Resort. Unter den 68 Personen, die sich dort eingemietet haben, sind auch Trainer, Betreuer und Offizielle – darunter DSV-Präsident Steinle und Snowboard-Präsident Hölz.

Frenzel & Co. halten sich keinesfalls für etwas Besseres, aber der deutschen Mannschaft steht in den Dörfern nur eine begrenzte Zahl an Plätzen zur Verfügung, die für die 153 Athleten (94 Männer, 59 Frauen) nicht ausreicht. Frenzel kommt das gelegen. Vor vier Jahren wurde der Kombi-König noch während der Spiele krank, das will er diesmal vermeiden. „Ich hoffe, dass ich aus meinem Fehler in Sotschi gelernt habe und vorsichtiger bin“, erklärte Eric, der in der zweiten Woche noch im Einzel und mit der Mannschaft Edelmetall sammeln will.

„In der Spitze haben wir an einem Abend mal 90 Essen zubereitet“

Für die Verpflegung im deutschen Außenquartier sorgt Koch Heiko Götz (48). „In der Spitze haben wir an einem Abend mal 90 Essen zubereitet“, berichtet er beim Treffen mit der tz. Die Arbeitsvoraussetzungen sind dürftig, viele Dinge der Grundausstattung einer Küche (Tische, Teller, Töpfe) musste sich Götz erst in Seoul zusammenkaufen. In den Olympia-Wochen zaubert er mit seinem Team Frühstück, Mittag- und Abendessen mit einem 60x40-Zentimeter-Backofen und zwei Induktionsplatten und erfüllt dabei auch Extrawünsche. Andreas Wellinger orderte nach seinem Goldsprung ein Steak, Laura Dahlmeier bekommt ein glutenfreies Brot.

Für die Lebensmittel fährt Götz einmal pro Woche um vier Uhr morgens mit einem kleinen Pkw nach Seoul auf den Bio-Markt, sein Kreditkartenlimit von 4000 Euro reicht da nicht aus. „Wenn ich zurückkomme, ist das Auto bis oben hin voll.“ Seine Reisetaschen waren gefüllt mit Moet-Chandon-Champagner, Chablis und Cabernet Sauvignon – als Belohnung für Gold, Silber und Bronze.

Götz war bereits in Salt Lake City, Turin und Vancouver Teil der Olympiamannschaft, in Sotschi setzte er aus. „Deswegen waren die Deutschen da auch nicht so erfolgreich“, sagt der Olympia-Koch und grinst. Bleiben noch die Antworten auf die wichtigsten Fragen: Der Erste beim Frühstück? Alpin-Boss Wolfgang Maier gegen 5.30 Uhr. Und das im Verhältnis zur Heimat teuerste Lebensmittel? Nutella für knapp sechs Euro.

Mathias Müller

Die Ippen-Digital-Zentralredaktion berichtet rund um die Uhr in ihrem Live-Ticker über Olympia 2018. Außerdem haben wir für Sie zusammengefasst, wann und wo alle Wettkämpfe live im TV laufen und welche Entscheidungen heute fallen. Den aktuellen Medaillenspiegel finden Sie hier

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