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Kontroverses Thema bringt deutsche Biathlon-Stars auf die Palme - auch Neureuther sauer

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Von: Marius Epp

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Franziska Preuß und Erik Lesser bei einer Siegerehrung.
Franziska Preuß und Erik Lesser sind nicht einverstanden mit dem Austragungsort von Olympia 2022. © Hahne/imago-images

Die Wintersport-Saison steht in den Startlöchern. Das Highlight sind die Olympischen Spiele in Peking. Doch deutsche Athleten üben harsche Kritik am Austragungsort.

München - Fußball-WM in Katar, Olympische Winterspiele in Peking: Rein sportlich gesehen kann sich der geneigte Fan in den kommenden zwölf Monaten auf großartige Events freuen. Wen interessiert da schon, wo sie stattfinden? Viele! Menschenrechte, der Bau von millionenschweren Sportstätten, Umgang mit Medien - all das sind Kritikpunkte an den Austragungsorten.

Im Februar 2022 steigen die Olympischen Winterspiele in Peking. Bei den deutschen Athleten herrschen gemischte Gefühle. Zum einen ist da natürlich die Vorfreude auf das größte Event der Karriere - zum anderen aber auch Kritik. Die deutschen Biathleten Erik Lesser und Franziska Preuß sind nicht sonderlich begeistert.

Biathleten Lesser und Preuß kritisieren Olympische Winterspiele in Peking

Lesser nimmt „das IOC in die Pflicht. Man muss sich die Frage stellen, wie solche Länder überhaupt eine Bewerbung abgeben können? So etwas kann man als Sport beeinflussen“, sagte der 33-Jährige dem SID. Einen Boykott hält er aber nicht für die richtige Lösung. „Es ist schwierig, die Sportler in die Pflicht zu nehmen. Man zerstört einen Traum. Viele bekommen diese Chance nur einmal.“

Auch Preuß stellt sich die Frage, „wie man Olympia in so ein Land vergeben kann. Mein Traum ist es nicht, Olympia in Peking zu erleben. Aber es gibt grundsätzlich natürlich schon den Traum von Olympia“, sagte die 27-Jährige. Sie kritisiert die Menschenrechtslage in China. „Ich finde es schlimm, was da passiert. Ich muss das aber ein bisschen ausblenden. Wir sind Sportler und keine Politiker.“

Video: Neureuther für nachhaltige Olympische Spiele

Olympia in Peking: Deutsche Wintersportler haben „kein Verständnis“ für die Vergabe nach China

Jüngst gab es großes internationales Aufsehen um das Verschwinden der chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai. Mittlerweile ist sie zwar wieder aufgetaucht, allerdings warf der Fall ein schlechtes Licht auf den kommunistischen Staat. Kombinations-Olympiasieger Johannes Rydzek hat aus einem anderen Grund „kein Verständnis“ für die Vergabe der Spiele nach Peking. „Der Wintersport hat in China keinerlei Tradition. Es geht vor allem um politische und wirtschaftliche Interessen.“

Für Unsummen wurden in und um Peking umfangreiche Baumaßnahmen vorgenommen. „Es ist alles übertrieben, überdimensional und Protz, um der Welt zu zeigen, was sie können“, sagte Rodel-Olympiasieger Felix Loch. Auch Ex-Ski-Star Felix Neureuther kritisierte den „Gigantismus“.

Den Organisatoren der Spiele wird außerdem Behinderung der Berichterstattung vorgeworfen. Viele Sportler klagen zudem über die widrigen Bedingungen, unter denen Testläufe für die Spiele stattgefunden haben. Bekommt man da nicht Lust auf Olympia? (epp/SID)

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