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Claudia Pechstein.

Nächste Instanz

Pechstein hofft weiter auf Schadensersatz

Berlin - Claudia Pechstein hat trotz ihrer Niederlage vor dem Münchner Landgericht die Hoffnung auf Schadenersatz noch nicht aufgegeben und setzt auf die nächste Instanz vor dem Oberlandesgericht.

Claudia Pechstein hat trotz ihrer Niederlage vor dem Münchner Landgericht die Hoffnung auf Schadenersatz noch nicht aufgegeben und setzt auf die nächste Instanz vor dem Oberlandesgericht. Sie „blicke zuversichtlich nach vorne“ und sei „guter Dinge, dass mir am Ende des Verfahrens endgültig Gerechtigkeit widerfährt“, schrieb Pechstein auf ihrer Website (www.claudia-pechstein.de), nachdem sie die 58 Seiten starke Urteilsbegründung gelesen hatte.

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin, die bei den Winterspielen in Sotschi ohne Medaille geblieben war, wertete die Reaktionen der drei Richterinnen des Landgerichts auf das Verhalten des Internationalen Sportgerichtshof CAS in ihrem Fall als einen „weiteren Schritt zu meiner vollständigen Rehabilitierung“. Pechstein, deren juristischer Kampf ihrer zweijährigen Sperre aus dem Jahr 2009 wegen erhöhter Blutwerte gilt, hatte bereits angekündigt, vor das Oberlandesgericht zu ziehen.

Wie Pechstein weiter erklärte, hätten sich die Richterinnen in ihrem Urteil über die Tatsache gewundert, dass die Möglichkeit einer Bluterkrankung Pechsteins vom Schiedsgericht ausgeschlossen und trotz anderslautender Expertenmeinung nicht weiter verfolgt worden sei. Auch sei kritisiert worden, dass der Retikulozytenwert als einziger Wert für den indirekten Dopingnachweis herangezogen worden sei. „Dafür, dass die Richterinnen am Landgericht den Schiedsspruch des CAS inhaltlich weder prüfen konnten noch durften, ist die Kritik am Vorgehen der CAS-Richter erstaunlich deutlich ausgefallen“, schrieb Pechstein.

Für ihren eigenen Erfolg in der Berufungsverhandlung seien durch das Landgericht wichtige Weichen gestellt worden. Zum einen habe sich das Gericht für zuständig erklärt, sodass der Fall weiter in Deutschland behandelt werden könne. Zum anderen habe das Außerkraftsetzen der Schiedsklausel in der Athletenvereinbarung gezeigt, dass sich die Sportler nicht mehr zwangsläufig der Sportsgerichtsbarkeit unterwerfen müssen und stattdessen ein staatliches Gericht anrufen können.

Unterstützung hatte Pechstein in ihrer Kritik an der Athletenvereinbarung von über 60 Top-Athleten erhalten, die eine Petition unterzeichnet hatten. „Bei jedem einzelnen der mehr als 60 Athleten habe ich mich in dieser Woche per E-Mail bedankt“, schrieb die 42-Jährige, die nun ihrem eigenen Fall gespannt entgegenblickt: „Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob diese Veränderung eventuell auch zur Grundlage für einen erfolgreichen Prozessverlauf meiner Schadensersatzklage vor dem OLG in München werden kann.“

Sportlich muss Pechstein beim Weltcup am Wochenende in Inzell kürzer treten. Wegen eines Infekts konnte die deutsche Rekord-Winterolympionikin nicht trainieren und wird das Rennen über 1500 m auslassen, um sich auf die 3000 m konzentrieren zu können. Im Langstrecken-Weltcup liegt sie derzeit in der Gesamtwertung auf Rang zwei. „Mit zwei ordentlichen Leistungen in Inzell und eine Woche später beim Weltcupfinale in Heerenveen hoffe ich, diesen Rang verteidigen zu können. Das ist mein Ziel“, schrieb Pechstein.

sid

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