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Claudia Pechstein

Pechstein: Wird sie jetzt Rad-Profi?

Berlin - Für ein Olympia-Comeback tut Claudia Pechstein alles. Nach dpa-Informationen erwägt die 39-Jährige sogar einen Wechsel in den Bahnradsport, um in London dabei zu sein.

Claudia Pechstein kann sich Hoffnungen auf ein Olympia-Comeback machen. Das IOC will vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) die sogenannte Osaka-Regel prüfen lassen, die Athleten nach Ablauf einer mehr als sechsmonatigen Dopingsperre auch von den darauffolgenden Olympischen Sommer- und Winterspielen ausschließt. Nach dpa-Informationen erwägt die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin sogar einen Wechsel in den Bahnradsport, um bereits an den London-Spielen 2012 teilnehmen zu können.

Das Internationale Olympische Komitee hatte im Juni 2008 die Osaka-Regelung beschlossen und kommt mit dem Gang vor den CAS einer möglichen Klagelawine betroffener Athleten zuvor, die eine Doppel-Bestrafung für rechtswidrig halten. Zudem seien die doppelten Sanktionen nicht mit dem Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) vereinbar, behaupten die Gegner der IOC-Maßnahme. Mit einer CAS-Entscheidung ist in den kommenden drei Monaten zu rechnen.

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Auch das Pechstein-Lager hatte sich den Gang vor ein Gericht überlegt. “Ich freue mich, dass Bewegung in die Sache kommt. Es ist überfällig, dass der CAS sich mit der wichtigen Frage beschäftigt“, erklärte die 39 Jahre alte Berlinerin am Donnerstag der dpa, “ich habe immer gesagt, dass ich bei den Spielen 2014 in Sotschi meine zehnte olympische Medaille holen möchte.“ Die Überlegungen eines kurzzeitigen Wechsels in den Bahnradsport wollte sie nicht kommentieren. Pechstein war vom Eislauf-Weltverband ISU wegen erhöhter Blutwerte für zwei Jahre gesperrt worden und darf demnach weder in London noch in Sotschi starten.

Die Ringe-Regierung hatte die Osaka-Regel vor knapp drei Jahren nach eigener Aussage “auf ausdrücklichen Wunsch der Athleten“ ins Leben gerufen, die eine stärkere Bestrafung für Dopingbetrüger gefordert hatten. Die verschärften Zulassungsbestimmungen für Olympia sollen vor allem als Abschreckungssignal dienen. “Die CAS-Entscheidung wird Sicherheit auf dem Weg zu den Spielen in London bringen“, erklärte IOC-Generaldirektor Christophe De Kepper. Neben dem IOC tritt das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) als Antragssteller vor den CAS.

Das IOC setzt auf sein Recht, die Startkriterien für eigene Veranstaltungen selbst wählen zu dürfen und so auch Verletzungen des olympischen Gedankens ahnden zu können. Die Gegner der Osaka-Regel sehen darin eine unverhältnismäßig hohe Bestrafung. Neben Claudia Pechstein sind auch 400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt und die viermalige Schwimm-Weltmeisterin Jessica Hardy (beide USA) von der Osaka-Regelung betroffen. Zumindest eine Modifikation der Regel scheint nicht ausgeschlossen.

dpa

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