Platz zwölf als Lohn der Aufholjagd

- Kitzbühel - Seit gestern weiß Felix Neureuther, wie sich sein Vater gefühlt haben muss vor 25 Jahren. 1979 war es, das Jahr der Deutschen in Kitzbühel, als Christian Neureuther dem zweiten Abfahrtserfolg von Sepp Ferstl auch noch einen deutschen Slalom-Sieg am Ganslernhang folgen ließ.

<P>Erst die Fahrt durch 20 000 Menschen, dann diese beeindruckende Stimmung bei der Siegerehrung - Felix Neureuther hat gestern beides erlebt, weil er dank der besten Aufholjagd im zweiten Durchgang der "Winning Star" des Tages war, was ihm nicht nur eine Nebenrolle auf dem Podest einbrachte, sondern auch noch einen Barren Gold.<BR><BR>Palanders Siegerski: "Super aggressiv, fast zu schnell"</P><P>Neureuthers mit Startnummer 29 aufgestellte Laufbestzeit hielt bis zum Schluss, nicht einmal Kalle Palander (Finnland) kam an die Zeit des 19-Jährigen vom Skiclub Partenkirchen heran. Der Finne gewann vor dem Überraschungs-Zweiten Thomas Grandi (Kanada) und Rainer Schönfelder (Österreich) und zählt nun schon vier Saisonsiege auf seinem Konto. Während Alois Vogl (Lohberg) nach einem Ausrutscher den zweiten Durchgang verpasste und Andreas Ertl (Lenggries) wieder mal ausschied, verbesserte sich Neureuther mit seiner Fabelzeit noch auf den zwölften Platz, der das zweitbeste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere bedeutete, nach dem achten Rang Mitte Dezember in Madonna di Campiglio. </P><P>Mit dem Führenden im Slalom-Weltcup verbindet ihn das Material: "Ich bin erstmals den selben neuen Ski wie Palander gefahren. Der ist super aggressiv und fast noch zu schnell für mich", erzählte Neureuther, dem schon einmal eine solche Aufholjagd gelungen: Im vergangenen Jahr bei den Weltmeisterschaften in St. Moritz, als er - ebenfalls mit Laufbestzeit des zweiten Durchganges - vom 30. noch auf den 15. Platz raste.<BR><BR>Der Kitzbühel-Neuling zeigte sich gestern schwer beeindruckt vom berühmt-berüchtigten Ganslern-Hang, an den ihn zahlreiche Freunde vom Garmischer Werdenfels-Gymnasium und vom Skiclub Partenkirchen begleitet hatten. "Der Hang ist der Hammer. Die Piste ist sensationell brutal, geil. Es macht so großen Spaß, hier zu fahren." Den Spaß sah man ihm auch an. Für sein Alter sei Neureuther absolute Weltklasse, sagt Cheftrainer Werner Margreiter, vorerst zwar nur im Slalom, bald aber soll das Programm erweitert werden.</P><P> "Der Felix ist ein so guter Skifahrer, dass er eigentlich alle vier Disziplinen fahren könnte", meint der Coach.<BR>Vorerst haben die Abiturvorbereitungen noch Vorfahrt, Neureuther bleibt Wochenendskifahrer. Mit Ausnahmen. Heute hätte wieder eine Mathematik-Klausur auf dem Programm gestanden. Der Lehrer ist aber krank geworden, und so durfte er direkt nach Schladming weiterreisen, wo morgen ein Nachtslalom stattfindet. Da warten bis zu 50 000 Menschen an der Strecke. Und auf Felix das nächste große Erlebnis.<BR></P>

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