Das Podest im Visier

- Ruhpolding - Das Wohnzimmer seines neu gebauten Hauses ist den sprichwörtlichen Steinwurf entfernt, die hochschwangere Ehefrau Katrin und die beiden Söhne Marco und Simon sind immer in der Nähe: Im heimischen Ruhpolding will Weltmeister Ricco Groß die Sieg-Flaute der deutschen Biathlon-Männer beenden. Bei den heute auf seiner Hausstrecke beginnenden Weltcuprennen gilt der Lokalmatador als aussichtsreichster deutscher Anwärter auf einen Spitzenplatz.

"Ein Platz auf dem Podest muss einfach drin sein", sagt Groß, der sich zielgerichtet auf die Jagd neben seinem Wohnzimmer vorbereitet hat: "Ich bin ein altmodischer Typ und glaube daran, dass man sich Topform erarbeiten muss. Die Grundlagen sind da. Jetzt spüre ich, dass die Zeit reif ist, die Früchte der Mühen einzusammeln." <BR><BR>Mit Ex-Bundestrainer Norbert Baier war Groß über den Jahreswechsel ins Spezialcamp nach Obertilliach in Österreichs Berge gezogen. "Das Training lief optimal, vielleicht habe ich es sogar zu gut gemeint", sagt Groß rückblickend auf seinen jüngsten Weltcup-Auftritt. Im slowenischen Pokljuka war der 33-Jährige zunächst abgehängt worden, hatte sich aber in den drei Rennen (20., 13. und 10.) kontinuierlich gesteigert. "Die Strecken sind immer länger geworden, meine Rückstände in der Laufzeit immer geringer. Die Tendenz stimmt."<BR><BR>Groß setzt auf den Ruhpolding-Effekt, denn in heimischer Umgebung gelangen ihm drei der bislang vier Weltcup-Einzelsiege. Der letzte liegt allerdings schon vier Jahre zurück: "Eigentlich ist es wieder mal Zeit."<BR><BR>Das Hauptereignis dieses Jahres im Hause Groß wird indes die Geburt des dritten Sohnes sein. Das freudige Ereignis wird im März erwartet. Ricco Groß knüpft daran auch schon sportliche Perspektiven. Lächelnd sagte er: "Vielleicht kommt noch eine Staffel zusammen."<BR>

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