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Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot

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Schnee von morgen

- Kitzbühel ­- Kommt die Lösung zur Rettung des alpinen Skisports etwa aus ­ Israel und Südafrika? Eine israelische Firma wirbt für ihre "Allwetter-Schneekanone", die den Winter garantiert auch wieder zum Ski-Winter machen soll. Dank neuer Technologie soll Schnee bei Temperaturen bis plus 30 Grad hergestellt werden können, was die Erfinder in einer Goldmine in Südafrika erfolgreich vorführten. In Wintern wie diesem, wo Skigebiete ums Überleben kämpfen und bereits 20 Weltcup-Rennen verschoben, verlegt oder ganz storniert wurden, ist man für solche Meldungen besonders empfänglich.

Alles Schnee von morgen -­ jetzt helfen die Zukunfts-Kanonen den Kitzbühelern auch nicht mehr aus dem Schlam(m)assel. Was hatte das Tiroler Promi-Nest für einen Aufwand betrieben, um Österreichs alpines Heiligtum, das berühmteste Ski-Rennen der Welt, doch irgendwie zu retten. Mit Ladern und 150 Hubschrauber-Flügen täglich, der größten Luftbrücke, die es je im Weltcup gab, schafften 200 Helfer 3000 Kubikmeter weißes Gold vom Großglockner auf die Streif, die gleiche Menge noch mal aus eigenen Depots. Ein Zwischenfall, als sich ein Helikopter mit seinem Schneesack im Seil des Liftes verfing, weckte böse Erinnerungen an das Unglück von Sölden (wo ein Betonkübel auf die Bahn stürzte).

Diesmal aber ging alles glimpflich ab. Bis auf "Kyrill", den Sturm, der am Wochenende alle Bemühungen um das für kommendes Wochenende geplante Speed-Spektakel auf der Streif mit 75 km/h und neun Grad plus davonfegte. Die beinahe fertige Piste: Weg! FIS-Inspektor Sepp Messner am Donnerstag: "Es schaut gut aus." Am Samstag: "Ich bin seit 35 Jahren dabei. Sowas habe ich noch nicht annähernd erlebt." Von der mühsam auf 50 cm aufgepäppelten Schneedecke fehlten plötzlich 70 Prozent. Der neue Rennleiter Peter Obernauer (Nachfolger von Toni Sailer) verzweifelt: "Wir haben alles versucht, aber gegen das Wetter bist du machtlos."

Insgesamt werden die Hahnenkamm-Rennen mit einem Gesamtetat von 4,5 bis 5 Millionen Euro ausgerichtet, 350 000 zusätzliche Euro hat sich der Skiclub Kitzbühel die Versuche kosten lassen, die erste Komplett-Absage seit 1993 zu verhindern. OK-Chef Michael Huber, vorige Woche laut Selbstauskunft "nervös wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr", rechtfertigt die Rettungsaktion: Die Rennen seien ein "wichtiger Impuls für die Region", die indirekte Wertschöpfung wird auf rund 30 Millionen Euro geschätzt.

Der Imageschaden einer Streif-Absage ist durchaus beträchtlich, der finanzielle könnte sich in Grenzen halten, wenn es wenigstens beim Not-Programm mit zwei Slaloms am Samstag und Sonntag bleibt. Dann wäre auch das volle Party-Programm in der Gamsstadt gesichert, alleine am Samstag werden 40 000 Fans erwartet.

Es soll kalt werden in den nächsten Tagen, dann laufen die Kanonen heiß, doch es meldet sich auch richtiger Neuschnee an in Kitzbühel, und kurioserweise stört der nun eher, weil auf reinem Naturschnee ohne Vereisung längst kein Ski-Rennen mehr gefahren wird ­ zumindest keines mit fairen Bedingungen für alle. Der Slalom-Kurs sollte, so Messner, weitgehend präpariert sein, bevor es schneit. In den nächsten Tagen wird dann der frische Schnee, der lange ersehnte, aus der Strecke gefegt. Verkehrte Welt.

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