Niklas Bachsleitner ist bereit: Die WM in Schweden ist für den Athleten des SC Partenkirchen das erste Großereignis seiner Karriere.
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Niklas Bachsleitner ist bereit: Die WM in Schweden ist für den Athleten des SC Partenkirchen das erste Großereignis seiner Karriere.

Athlet hat mit den schwedischen Pisten gute Erfahrungen gemacht

Skicross: Für Niklas Bachsleitner beginnt das WM-Abenteuer

Noch fehlt Niklas Bachsleitner das „WM-Feeling“, noch fühlt sich für den Skicrosser aus Grainau alles nach einem Weltcup an. Vielleicht hilft die Einstellung bei seinem ersten Großereignis überhaupt.

Update Mittwoch, 15.45: Die Skicross-WM hat für Niklas Bachsleitner vom SC Partenkirchen gut begonnen. In der Qualifikation am Mittwoch landete der 24-Jährige auf Rang sechs. Damit ist er auch bester Deutscher. Nun hat der Skicrosser drei Tage Zeit zum Trainieren und Ausspannen. Das WM-Finale findet am Samstag, 13. Februar statt. Das erste Rennen beginnt um 12.30 Uhr.

Idre Fjäll – Mit seinem dritten und zehnten Rang beim Weltcup in Idre Fjäll (Schweden) Ende Januar hat Niklas Bachsleitner (SC Partenkirchen) die Teilnahme an seinen ersten Weltmeisterschaften im Skicross fix gemacht. Nach den Absagen der Heimweltcups am Feldberg (Schwarzwald) zuletzt wird es am Mittwoch, 10. Februar, mit der Qualifikation für das Weltmeisterschaftsrennen am Samstag ernst für ihn. Start in Idre Fjäll ist um 12.30 Uhr.

Die Veranstalter am Feldberg hatten heuer kein Glück mit dem Wetter. Regen, Schnee und Wärme machten die Rennen unmöglich. „Das war sehr schade, denn zum einen waren wir top motiviert für unsere Heimrennen“, sagt Bachsleitner. „Zum anderen haben die Helfer wirklich rund um die Uhr alles versucht.“ Letztlich war aber die Piste nicht befahrbar, die Verletzungsgefahr zu groß. Daher wechseln die Skicrosser quasi nur vom Weltcup in Schweden zur WM in Schweden.

Qualilauf am Mittwoch: Es geht um die Final Heats

Die startet am Mittwoch, 10. Januar, mit dem Qualilauf. Dort geht es nicht nur um einen Startplatz für die Final Heats, sondern auch um die Grundlage für eine gute Platzierung. „Die Top 15 sollten sich darum unbedingt ausgehen“, betont Bachsleitner, der beim Weltcup zuletzt in der Quali auf dem 14. und dem 4. Rang landete. Trotzdem werden beim Skicross die Karten immer wieder neu gemischt.

Die Strecke, die dem Grainauer prinzipiell taugt, ist eine etwas andere. „Da auch die Snowboardcrosser ihre WM hier fahren, wurde der Kurs auf sie angepasst“, erklärt der 24-Jährige. „Dennoch sollte er mir eigentlich liegen.“ Bachsleitner mag die vielen Wellen auf der Zielgeraden in Idre Fjäll. „Das sind meine absoluten Lieblingselemente im Skicross.“ Daher kann er mit den Anpassungen auf der berüchtigten, 600 Meter langen Zielgeraden auch ganz gut leben. Überhaupt gibt sich der Sportpolizist ziemlich locker dafür, dass seine ersten großen Titelkämpfe anstehen. „Ehrlich gesagt, empfinde ich noch gar kein spezielles WM-Feeling, es fühlt sich alles noch nach einem ganz normalen Weltcup an.“

Skicrosser Bachsleitner: Mit dem Start bei der WM Saisonziel erreicht

Aufgrund der Covid-19-Bestimmungen fehlen natürlich einige typische WM-Elemente: Eröffnungsfeier, Rahmenevents, Fans. Der einzige Unterschied, den man bisher zu einem normalen Weltcup feststellen kann, ist die Tatsache, dass Qualifikation (Mittwoch, 10. Februar) und Finale (Samstag, 13. Februar) drei Tage auseinander liegen. „Ja, das ist eine Premiere für mich, aber das ist auch nicht so wild“, sagt der 24-Jährige. Seine Gelassenheit rührt wohl auch daher, dass er mit dem heutigen Start sein Saisonsoll erreicht hat. „Bei der WM dabei zu sein, war heuer mein großes Ziel. Ich bin mega happy, dass ich es geschafft habe.“

Dennoch will der ehrgeizige SCP-Athlet natürlich nicht nur mit dabei sein. Einen Platz im Viertelfinale will er mindestens erreichen. „Aber alles, was dazukommt, wäre Zugabe.“ Trotz seines Podiumsplatzes im Januar bleibt der bodenständige Grainauer realistisch. Medaillenträume hat er keine. „Im Januar habe ich einen perfekten Tag erwischt, dann kann viel gelingen. Aber letztlich muss man auch für die besten 16 stark fahren und das nötige Glück haben.“

Skicross-WM in Schweden: Anspruchsvoller Kurs erfordert Abgebrühtheit

Das hat er auch seinem Großvater erklärt, der ihn nach seinem Podiumsplatz und der Verlegung der WM nach Schweden gleich neugierig nach seinen Zielen gefragt hat. Sicher, dass die Weltmeisterschaften nicht in China, sondern in Idre Fjäll stattfinden, kommt Bachsleitner durchaus entgegen. „Schließlich habe ich dort die meiste Weltcup-Erfahrung“, sagt er und spielt darauf an, dass er fünf seiner elf Weltcup-Rennen in Idre Fjäll bestritten hat. Dennoch braucht man gerade für den taktisch sehr anspruchsvollen Kurs viel Erfahrung und Abgebrühtheit. Bachsleitner führt als Beispiel gern die beiden großen Sprünge auf der Zielgeraden an: „Den ersten musst du Vollgas drücken, sonst landest du im Flachen und verlierst Speed. Der zweite sieht genauso aus, und dein Instinkt schreit ‚wieder drücken’. Du musst aber locker drüber fahren, weil die Flugkurve eine ganz andere ist.“ Und nebenbei wäre auch noch das unterschiedliche Tempo mit oder ohne Windschatten zu berücksichtigen. So betrachtet ist das simple Schnellsein auf der WM-Strecke eine ziemlich komplizierte Sache.

Um nicht ins Grübeln zu verfallen, folgt Bachsleitner seiner persönlichen Taktik: am Boden bleiben und erst einmal in der Quali das Beste geben. Erst dann schaut er, was noch so kommt bei seinem ersten Großereignis.

Von Kathrin Ebenhoch

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