Der Schweizer Wintersport trauert um Doris de Agostini.
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Der Schweizer Wintersport trauert um Doris de Agostini.

Mit 17 Jahren Weltcup-Siegerin

Schweizer Ski-Idol ist tot: Weggefährten fassungslos - „War die liebenswerteste Person“

  • Christoph Klaucke
    vonChristoph Klaucke
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Der ehemalige Schweizer Ski-Star Doris de Agostini ist tot. Die Ski-Legende wurde nach kurzer schwerer Krankheit nur 62 Jahre alt.

  • Die Schweizer Ski-Legende Doris de Agostini ist im Alter von 62 Jahren gestorben.
  • Die Abfahrerin beendete 1983 im Alter von nur 25 Jahren auf dem Höhepunkt ihre Karriere.
  • Der Wintersport trauert um de Agostini und adelt das Idol.

Airolo - Doris de Agostini ist tot. Die Schweizer Ski-Legende ist an einer schweren Krankheit vertorben, vermeldete der Schweizer Ski-Verband Swiss-Ski am Sonntag. Sie wurde 62 Jahre alt.

Erst im Herbst habe sie von ihrer schweren Erkrankung erfahren, wie die Schweizer Boulevardzeitung Blick berichtet. „Das ist das wichtigste Rennen meines Lebens. Ich muss jetzt hart kämpfen“, habe de Agostini nach der Diagnose gesagt. An welcher Krankheit der Ex-Ski-Star litt, ist nicht bekannt.

Schweizer Ski-Star ist tot - auf dem Höhepunkt trat Doris de Agostini zurück

Der Stern der Tessinerin ging schon als 17-Jährige auf, als sie sensationell die Weltcup-Abfahrt in Bad Gastein gewann. Die Abfahrtsspezialistin aus Airolo gewann zwischen 1976 und 1983 insgesamt acht Rennen. De Agostini nahm 1976 in Innsbruck und 1980 in Lake Placid zwei Mal an Olympischen Spielen teil und holte bei den Weltmeisterschaften 1978 in Garmisch-Partenkirchen die Bronzemedaille in der Abfahrt.

1983 trat sie im Alter von erst 25 Jahren auf dem Höhepunkt zurück – als Gewinnerin des Abfahrts-Weltcups. Im selben Jahr wurde sie auch zur Schweizer Sportlerin des Jahres gewählt.

Nach Tod von de Agostini - Schweizer Skisport-Legenden trauern

„Für uns war sie ‚La Doris‘, die Ski-Prinzessin“, adelte sie die Schweizer Ski-Legende Bernhard Russi im Blick. Die Abfahrerin beeindruckte trotz ihrer fast zierlichen Voraussetzungen. „Umso mehr faszinierte uns Doris immer wieder, wenn sie mit dem Element Schnee flirtete, wenn sie die damals noch unruhigen Rennpisten mit ihrem unglaublichen Gefühl für Geschwindigkeit und ihrem Kampfgeist am Limit meisterte“, so Russi.

De Agostini galt im Wintersport stets als bescheiden und beliebt, wollte nie ein Star sein. „Sie war die liebenswerteste Person, die man sich vorstellen kann“, erinnert sich Hanni Wenzel, die Liechtensteinerin im Schweizer Skiteam, die oft mit de Agostini das Zimmer teilte, „und sie war mit allen Menschen so.“

Auch die Gesamtweltcupsiegerin von 2016 Lara Gut-Behrami trauert um de Agostini. „Ich hatte das große Glück, sie als Mensch kennenzulernen“, so die 26-fache Weltcup-Laufsiegerin zu La Regione. „Ich bin ein bisschen mit ihr und Michela Figini aufgewachsen. Beide sind mit meinem Vater und meinem Onkel gefahren“, erinnert sich Gut-Behrami zurück. „Manchmal hat sie am Ende meiner Rennen an der Ziellinie gewartet, um mich zu umarmen.“ (ck)

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