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Ski-Wunder (15) wechselt überraschend Verband: Ihre Mutter holte einst Olympia-Gold

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Von: Andreas Knobloch

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Links: Lara Colturi, rechts Daniela Ceccarelli. Tochter und Mutter zeigen dem italienischen Verband die Zunge. © Screenshot Instagram Colturi / Imago Ceccarelli (Collage)

Mutter erfolgreich, Tochter ein Wunderkind, doch nun wechselt der Nachwuchsstar plötzlich den Verband und fährt nicht mehr für Italien.

Rom - Alberto Tomba, Giuliano Razzoli, Sofia Goggia oder Daniela Ceccarelli sind nur einige Legenden, die ihre Hand auf die Brust legen konnten und nach einem olympischen Rennen mit Goldmedaille um den Hals „Fratelli d‘Italia“ singen durften. Die Liste der Ski-Legenden in Italien ist lang, die Tochter von eben Ceccarelli wird darauf nicht zu finden sein, sie hat einen heiklen Schritt gewagt. Unter anderem Goggia kann das nicht verstehen.

Lara Colturi heißt die junge Dame und wird voraussichtlich niemals mit der Hand auf der Brut unter der italienischen Flagge „Fratelli d‘Italia“ singen. Wahrscheinlicher wird sie wohl eher „Himni i Flamurit“ mitsummen, wenn sie an ihre bisherigen Leistungen anknüpft, denn die Wintersportlerin sorgte mit einer kuriosen Meldung für Schlagzeilen in Italien: Sie wechselt den Verband und fährt künftig für Albanien.

Ski-Wunder Colturi künftig für Albanien, Mutter holte für Italien Olympia-Gold

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum eine Tochter einer italienischen Olympiasiegerin zu einem albanischen Verband wechselt? Die Antwort ist wohl eine Mischung aus Flexibilität und Finanzen. Wie zum Beispiel sportnews.bz berichtet, wird Colturi zu einem Star geformt, und zwar ausgerechnet im Ceccarelli Golden Team, das - wie der Name schon sagt - von ihrer Mutter geleitet wird.

In diesem Team kann sie weiterhin flexibel und frei trainieren, was bei einem Kaderplatz Italiens wohl unmöglich wäre. Auch unabhängig von Sponsorenverpflichtungen ist Colturi als Neu-Albanerin. Sie kann also ihre Trainings, Rennen und Werbeeinnahmen in gewisser Weise selbst steuern. Für die Italiener ein Schock, vor allem, weil sie den Wechsel nicht verhindern konnte, da junge Talente unter 16 Jahren ohne Zustimmung des Verbandes eben jenen wechseln können. Goggia, die nach Gold 2018 dieses Jahr Silber holte, sagte laut Medienberichten dazu: „Mein Land zu vertreten ist für mich etwas, auf das ich nicht verzichten könnte.“ Der italienische Verband hörte von den Gerüchten, nahm sie aber nicht ernst, deswegen war die Überraschung groß.

Laura Colturi: Ein Ski-Wunder für Albanien aus Italien

Und wie gut sie ist, zeigt ein Blick in die Tabellen und Zeitungen. Die Ski-Marke Blizzard titelte: „Gutes Blut lügt nicht“. Skiweltcup.tv: „Lara Colturi, ein Name mit Zukunft“. Im Moment befinden sich die meisten Skifahrer zur Vorbereitung auf die nächste Saison in Südamerika. In Chile fanden aber auch kürzlich einige FIS-Rennen statt, die Chile Winter Series, mit viermal Colturi als Siegerin, teilweise mit großem Vorsprung. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich das Talent entwickelt. Und vielleicht kann sie ihre Mutter toppen, die 2002 als Italienerin den Super-G in Salt Lake City gewann. Eine Albanerin mit Gold im Ski Alpin? Bisher Fehlanzeige. (ank)

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