Kommentar zur Entwicklung von Snowboard Germany

Der kleine Bruder streckt sich

  • schließen

Kleiner Verband, große Leistungen.

Natürlich klingt alles viel größer und spektakulärer, seit sich der Snowboardverband einen englischen Namen gegeben hat und anfing, „Snowboard Germany“ auf seinen Briefkopf zu drucken. 2013 war das, gut zehn Jahre nach seiner Geburtsstunde. Doch wie man das Kind auch nennt: Der Ex-SVD ist und bleibt eine kleine Interessensgemeinschaft im Organigramm der ARGE Wintersport. Jedenfalls kaum zu vergleichen mit dem großen Bruder DSV, der 100 Jahre mehr auf dem Buckel hat und entsprechend viel Platz beansprucht im gemeinsam bewohnten Haus des Ski.

Doch so wie bei den kleinen Brüdern in echten Familien: Um wahrgenommen zu werden, müssen sie sich strecken, frech sein – was leisten, wenn die Augen auf sie gerichtet sind. Siehe Snowboard Germany. Kaum dem Pubertätsalter entwachsen, zieren beeindruckende Erfolge den Lebenslauf des jungen Verbandes. Speziell bei Olympischen Spielen geht traditionell einiges. Schon der Start in Turin war vielversprechend (Silber durch Amelie Kober/2006). Jeweils zwei Medaillen gab es bei den Spielen 2014 und 2018. Und was gerne übersehen wird: 12 weitere olympische Top-10-Resultate belegen, dass hinter den Spitzenfahrer(innen) auch sonst viel Substanz steckt.

Darauf dürfen Sportchef Andi Scheid und Co. stolz sein – und auf erfolgreiche WM-Tage hoffen. 2015 und 2017 waren die deutschen Snowboarder ausnahmsweise ohne Edelmetall geblieben, dieses Mal jedoch sind sie noch breiter aufgestellt als bei früheren Großereignissen: Zur traditionell vorbildlichen Race-Riege gesellen sich Crosser, die 2018 den Anschluss an die Weltspitze geschafft haben. Sogar im Freestyle-Bereich, der lange unter den Strukturen litt, regt sich was. Es sind jedenfalls ein paar hoffnungsvolle Talente am Start, die vielleicht noch nicht jetzt, aber spätestens 2022 Anwärter auf Medaillen sein könnten.

Doch egal, wie die WM verlaufen wird: Das kleine Snowboardzentrum in Planegg zeigt, dass sich mit gezielter Nachwuchsarbeit und viel Idealismus Konkurrenzfähigkeit erzwingen lässt. Was nicht heißt, dass ein Plus an Fördergeldern keine Verwendung fände. Schon, um den Freestylern ihren Traum von einem „Landing Bag“ zu erfüllen. Damit weiterhin große Sprünge möglich sind.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Biathlon-WM 2020 in Antholz: Schlägt Herrmann auch im Einzel zu?
Die Biathlon-WM 2020 wird am Dienstag mit dem Einzel der Frauen fortgesetzt. Das Rennen gibt es heute im Liveticker bei chiemgau24.de.
Biathlon-WM 2020 in Antholz: Schlägt Herrmann auch im Einzel zu?
Biathlon-WM in Antholz 2020: Alle Termine und Ergebnisse
Die Biathlon-WM 2020 in Antholz ist das Highlight im Weltcup im Biathlon 2019/20. Hier gibt es alle Termine und Ergebnisse der WM in Antholz im Überblick.
Biathlon-WM in Antholz 2020: Alle Termine und Ergebnisse
Biathlon-WM 2020: Alle Infos zur Weltmeisterschaft in Antholz
Das Highlight im Weltcup 2019/20 ist die Biathlon WM 2020 in Antholz. Hier gibt es die wichtigsten Informationen zu den Titelkämpfen in Südtirol.
Biathlon-WM 2020: Alle Infos zur Weltmeisterschaft in Antholz
Biathlon-WM 2020 in Antholz: So sehen Sie die WM im TV, Livestream und Liveticker
Die Biathlon-WM 2020 in Antholz geht vom 13. bis zum 23. Februar. Hier sehen Sie, wie Sie die Biathlon-WM live im TV, Livestream und Liveticker verfolgen können.
Biathlon-WM 2020 in Antholz: So sehen Sie die WM im TV, Livestream und Liveticker

Kommentare