Den Vogl abgeschossen

- Flachau - Warten kann ganz schön anstrengend sein. Viel anstrengender als die Fahrt zuvor durch 65 Slalom-Tore. Das hat Alois Vogl gestern beim alpinen Weltcup-Slalom in Flachau festgestellt. Zuerst dauerte es eine ganze Weile, ehe er Gewissheit hatte, dass er überhaupt für das Finale qualifiziert war.

<P>Dann, bis ein Slalomfahrer schneller war als er. Es waren überhaupt nur fünf. Der sechste Platz war das beste Resultat für den 31-Jährigen aus Lohberg seit sechs Jahren und das beste der deutschen Ski-Herren in diesem Winter. Kalle Palander hat den dritten Slalom der Saison gewonnen, der Finne siegte vor dem Österreicher Manfred Pranger und Giorgio Rocca aus Italien.<BR><BR>Vogl hatte sich mit nur einer Hundertstelsekunde Vorsprung gerade noch als 30. für den zweiten Durchgang qualifiziert, und bekam von seinem Cheftrainer ein paar unfreundliche Worte zu hören. "Der erste Lauf war so schlecht, dass er die Finalteilnahme eigentlich gar nicht verdient hatte", sagte Werner Margreiter. Zwei Stunden später nutzte Vogl die Gunst der Startnummer eins und einer guten Piste. So schnell wie er in diesem Finale fuhr kein anderer, nicht einmal annähernd. "Das war eine Fahrt, wie ich sie mir vorstelle." Und wie sie sich Margreiter vorgestellt hat. "Da hat er gezeigt, dass er ein Bomben-Skifahrer ist."</P><P><BR>Noch mehr hätte sich Margreiter allerdings von Felix Neureuther aus Garmisch-Partenkirchen erwartet, wäre der 19-Jährige nicht in den vergangenen Tagen krank im Bett gelegen. Für Neureuther war der Slalom schnell vorbei, nach nur vier Toren rutschte er aus.<BR>Vogls Vorstoß in die Weltelite kommt eher unverhofft. Denn eigentlich hatten viele im Sommer mit einem Rücktritt des Niederbayern gerechnet. Seine beste Zeit schien längst vorbei, er war in den vergangenen Jahren höchstens durch seine vielen Verletzungen aufgefallen. Außerdem hatten den Torlauf-Spezialisten ein ausgeprägtes Phlegma gebremst. Vor der vergangenen Saison hatte ihn der damalige Cheftrainer Martin Oßwald zurückgestuft und Vogl musste die Vorbereitung aus eigener Tasche bezahlen.<BR>Der neue Coach Margreiter traute ihm aufgrund großer skitechnischer Fähigkeiten und einer gewissen Hartnäckigkeit zu, noch einmal den Sprung in die Weltelite zu schaffen und gab ihm eine neue Chance.<BR><BR>Maier enttäuscht beim Heimrennen mit Platz 50</P><P> Allerdings warf Vogl erst einmal ein langwieriger Darmvirus zurück, aber der 16. Platz in Madonna di Campiglio im Dezember und ein paar gute Europacup-Resultate ließen die Trainer und auch ihn hoffen. "Die Tendenz geht bei uns im Slalom nach oben", sagt Vogl. "Gut möglich, dass es bald zu mehr reicht als zum sechsten Platz."<BR><BR>Die Hauptattraktion des Wochenendes in Flachau war aber nicht der Slalom sondern der Riesenslalom einen Tag zuvor. 25 000 Zuschauer waren gekommen, vor allem wegen Hermann Maier, dem berühmtesten Sohn des Ski-Ortes im Salzburger Land. Der wohnt in einem Haus oberhalb von Flachau, nahe der Weltcup-Strecke, die seit kurzem seinen Namen trägt. Gewonnen hat aber der Tiroler Benjamin Raich vor Massimiliano Blardone aus Italien und dem Norweger Bjarne Solbakken. Maier musste feststellen: "Heimrennen sind besonders schwer."<BR><BR>Mit einem Sieg rechneten zwar aufgrund seiner Vorleistungen im Riesenslalom (bestes Saisonresultat Rang sieben) nicht einmal die größten Optimisten, aber der 50. Platz nach einem schweren Fehler trübte die Stimmung dann doch ein wenig. Maier blieb aber wenigstens das Warten erspart.<BR><BR></P>

Auch interessant

Kommentare