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Lindsey Vonn feierte in St. Moritz ihren 64. Sieg im Weltcup.

Rebensburg Achte

Vonn gewinnt letzten Super-G vor der WM

St. Moritz - Lindsey Vonn hat den letzten Super-G vor der WM in den USA gewonnen und ihre Medaillenambitionen vor dem Saisonhöhepunkt in ihrer Heimat eindrucksvoll untermauert.

Lindsey Vonn wusste sofort, was sie auf der Piste geleistet hatte. Mit in die Höhe gestreckten Armen ließ sich die amerikanische Ausnahme-Alpinfrau im Zielraum von St. Moritz schon frühzeitig für ihre Siegesfahrt im Super-G feiern. Und das, obwohl mehrere Weltklasse-Konkurrentinnen noch gar nicht gestartet waren. Doch Vonn behielt mit ihrem Optimismus Recht: An ihre Bestmarke sollte am Sonntag tatsächlich keine andere Skirennfahrerin mehr herankommen, den ebenfalls starken Österreicherinnen Anna Fenninger und Nicole Hosp blieben nur die Plätze zwei und drei.

„Man musste aggressiv fahren, aber auch mit Taktik. Ich war ganz in meinem Element so wie gestern, aber heute habe ich keinen Fehler gemacht“, kommentierte die 30-Jährige nach ihrem 64. Weltcupsieg im 335. Rennen. Für Vonn war der Erfolg im letzten Speedwettbewerb vor WM-Beginn auch eine Wiedergutmachung angesichts des Missgeschicks vom Vortag, als ihr in der Abfahrt ein unnötiger schwerer Fehler im Mittelteil eine Spitzenplatzierung gekostet hatte. „Wenn du viel riskierst, dann kann das manchmal passieren. Hoffentlich passiert das bei der WM nicht“, hatte sie nach Rang 23 enttäuscht eingestanden.

Viktoria Rebensburg war vor allem froh, nach zuletzt zwei Ausfällen im Super-G überhaupt ins Ziel gekommen zu sein - wenn auch auf einem mäßigen achten Platz. „Für mich war wichtig, mal wieder ein Ergebnis einzufahren. Sicherlich kann ich's besser und da schon vorne mitfahren. Aber ich bin an der einen oder anderen Stelle taktisch gefahren“, berichtete die 25-Jährige, die am Samstag mit einem vierten Rang in der Schussfahrt noch etwas mehr überzeugt hatte.

Rebensburgs Aussichten im Hinblick auf die WM sind vielversprechend. Immer mehr entwickelt sich die einzige Athletin des Deutschen Skiverbandes, die im Damen-Bereich die interne WM-Norm erfüllt hat, zur Weltklasse-Speedfahrerin. Vor allem im Abfahrtsbereich sei „einiges nach vorne gegangen“, bilanzierte sie. „Ich habe Lunte gerochen in der Disziplin und möchte da jetzt Konstanz zeigen.“

Bislang gelang ihr das formidabel: In Val d'Isere schaffte sie es auf Platz zwei, in Cortina d'Ampezzo wurde sie Dritte. Dazu kommen weitere Top-Resultate in den Weltcup-Abfahrten der WM-Saison: Fünfte in Lake Louise, dann Vierte in St. Moritz. Und es wäre sogar noch mehr möglich gewesen, hätte sie nicht im Zielhang unnötig Zeit verloren. „Ihr ist mit zu viel Aggressivität ein Fehler passiert, da hat sie viel hergeschenkt“, sagte Bundestrainer Markus Anwander, der deshalb noch „großes Optimierungspotenzial“ ausmachte.

Veronique Hronek, die vom deutschen Alpinchef Wolfgang Maier trotz verpasster Norm eine WM-Fahrtkarte erhielt, schaffte im Super-G mit Platz 18 immerhin ihr klar bestes Saisonergebnis. „Man hat nicht mehr im Hinterkopf: Man muss, man muss. Sondern man weiß: Man ist dabei“, schilderte sie die veränderte Lage und gestand: „Ich bin superhappy, dass ich in die USA mitgehen kann.“ Schlechter verlief das Wochenende für Nachwuchsathletin Marina Wallner, die in der Abfahrt stürzte und sich leicht am Sprunggelenk verletzte. „Gehen ist momentan nur mit Krücken möglich“, schrieb sie auf ihrer Facebookseite.

dpa

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