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Biathlon: Rätselraten um russische Hoffnung - Ukraine-Krieg der Auslöser?

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Biathlet Dmitry Malyschko bei einem Weltcup in Hochfilzen. Der Russe holte sieben Weltcup-Siege
Biathlet Dmitry Malyschko bei einem Weltcup in Hochfilzen. Der Russe holte sieben Weltcup-Siege. © Pierre Teyssot/Imago

Russlands Biathlon-Nationalteam hofft auf die Rückkehr des siebenfachen Weltcupsiegers Dmitry Malyshko. Ein Trainer verkündet dessen Karriereende - der Sportler dementiert.

St. Petersburg/München - Dmitry Malyshko war jahrelang fester Bestandteil der Biathlon-Auswahl von Russland. Doch zuletzt hat sich der gescheiterte Olympiasieger von Sotschi 2014 (Aberkennung nach Staffelsieg wegen Dopings) rar gemacht: Letztmals befand sich der Skijäger in der Weltcup-Saison 2020/21 im Aufgebot seines Landes.

Russlands Biathlon-Team künftig ohne Malyshko? Trainer verkündet Karriereende

In der russischen Heimat gibt es Rätselraten um den Verbleib der langjährigen Biathlon-Hoffnung: Trainer Alexander Kasperovich erklärte über den 35-Jährigen, dass dieser sich zurückgezogen habe und künftig keine Rennen mehr fährt. „Wir haben gehofft, dass er wieder kommt und weiter Leistung bringt, aber wir sehen, dass er nirgendwo mitmacht: weder im Training, noch im Wettkampf, also sehen wir die Dinge realistisch“, so der Mann, der nach einem zweijährigen Intermezzo für Bulgarien künftig wieder im Trainerstab der Russen aktiv ist.

Außerdem lässt der 62-jährige Kasperovich wissen, dass Biathlet Malyshko „fertig ist“, die sportliche Leitung nichts über sein Schicksal wisse und man die Dinge „realistisch“ betrachten müsse.

Vor wenigen Monaten wurde die russische Biathlon-Szene mit einem tragischen Ereignis konfrontiert:

Biathlon in Russland: Rücktritt? Malyshko spricht von „unzuverlässigen Quellen“

Der Betroffene selbst, der bei insgesamt 100 Weltcup-Starts sieben Triumphe davontrug, scheint jedoch anderer Meinung zu sein: Gegenüber dem russischen Sportportal Match.TV nahm der in Leningrad geborene Wintersportler nämlich Stellung zu den Aussagen seines früheren Vertrauten.

„Ich kann das nicht bestätigen. Hat das der Trainer der Nationalmannschaft gesagt? Es ist klar. Ich gebe dazu noch keine Kommentare ab“, erklärt Dmitri Malyshko und spricht von „Informationen aus unzuverlässigen Quellen“. Haben sich Schützling und Trainer womöglich überworfen? Spielt gar der Krieg im Nachbarland eine Rolle? Angeblich schickt Wladimir Putin auch Biathleten in den Kriegsdienst...

Ob Biathlet Malyshko sich nochmal zur Vorbereitung seiner Landesauswahl zur anstehenden Weltcup-Saison blicken lässt, erscheint zweifelhaft. Aufgrund des Aberkennens der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Sotschi ist die Silbermedaille in der Staffel bei der Biathlon-WM neben den Weltcup-Erfolgen der größte sportliche Triumph in dessen Karriere.

Kürzlich hat DSV-Skijäger Erik Lesser seine Biathlon-Karriere beendet. Im Interview sprach der Thüringer über seine Sportart in Zeiten des Krieges, Russlands Ausschluss und sein Karriereende. (PF)

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