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Yannik Angenend (Bild oben, M.) war beim Snowboard-Europacup in Hochfügen schnellster Deutscher und ist damit nationaler Meister. Links von ihm steht Elias Huber, den er in einem packenden Viertelfinale bezwungen hat. Bronze holte Stefan Baumeister. 

Yannik Angenend gewinnt mit 18 Jahren den ersten Herren-DM-Titel

Deutschlands bester Snowboarder

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Lengdorf – „Diesmal ist es nicht so gut gelaufen“, ärgerte sich Yannik Angenend am Mittwochmorgen: „Ich habe nicht in den Kurs gefunden.“ Doch dann sah der 18-jährige Lengdorfer auch das Positive. „Ich durfte ein bisschen Weltcup-Erfahrung sammeln.“

Seinen 50. Platz beim Rennen am Dienstag in Bad Gastein wird der Snowboarder schnell abgehakt haben. Das verblasst ohnehin gegen den Erfolg, den er kurz vor Weihnachten feierte: Der Lengdorfer wurde Deutscher Snowboard-Meister im Parallel-Riesenslalom.

Der Titel wurde im Rahmen des Europacups ausgefahren, der in Hochfügen stattfand. Da zeitgleich kein Weltcup stattfand, war der Wettbewerb hochklassig besetz. „Bis auf die US-Amerikaner, Russen und Japaner waren alle Klasse-Läufer da“, erzählt Stefan Angenend, Vater des Lengdorfer Snowboardtalents.

Sein Sohn bewies seine Klasse dann sofort, indem er im ersten Qualifikationslauf gleich Bestzeit fuhr. Die restlichen 70 Fahrer staunten nicht schlecht über den jungen Lengdorfer, der heuer seine dritte Europacup-Saison bestreitet. Aber auch er selbst war überrascht. „Der Lauf hat sich nicht schlecht angefühlt, aber ich dachte, dass die Zeit wahrscheinlich nicht so gut ist. Da habe ich mich wohl getäuscht“, meint er lachend. Der zweite Durchgang, im blauen Lauf, war nicht ganz so gut, aber letztlich lag er vor den Ausscheidungsläufen auf Rang vier. Der Vorteil: „Dadurch durfte ich im Achtel- und Viertelfinale den Kurs wählen“, erklärte der Lengdorfer.

In den Europacup-Rennen gibt es nämlich nicht – wie etwa vom alpinen Ski-Weltcup bekannt – zwei, sondern nur jeweils einen Lauf. Das Achtelfinale gegen den Slowenen Crt Ikovic bezeichnete dann auch Angenend als „klare Sache“. Und auch im Viertelfinale durfte er den Parcours wählen. Elias Huber, sein Teamkollege, lieferte ihm anfangs ein hartes Duell.


„Wir waren oben gleichauf, aber unten hatte Elias einen Fehler“, sagte Angenend, der selbst die Nerven behielt und bereits im Ziel wusste, dass er soeben seinen bisher größten Erfolg geschafft hatte. Er war der einzige Deutsche im Halbfinale und stand damit bereits als Deutscher Meister fest.

Der Rest war eigentlich nur noch Zugabe, doch den Leistungssportler wurmt es natürlich, dass er gegen Maurizio Bormolini ausgeschieden ist. Überraschenderweise hatte sich der spätere Europacup-Sieger aus Italien als Vorlauf-Schnellster für den Parcours entschieden, „den ich sowieso nicht gewählt hätte“, sagt Angenend. „Anfangs habe ich echt gut mitgehalten, aber einen kleinen Fehler gemacht. Dann war’s vorbei.“

Im Kleinen Finale gegen den Österreicher Lukas Mathies musste der Lengdorfer dann auf den ungeliebten Kurs und war – wie er selbst sagt – ohne Chance.

Dennoch: Den deutschen Meistertitel konnte ihm niemand mehr nehmen. Nach der Gratulationscour schaute der Schüler des Berchtesgadener Sportinternats schon mal voraus.

„Ich will mit guten Ergebnissen in den Perspektiv-Kader“, sagt der 18-Jährige, der 2020 sein Abitur machen will. Die Sportfördergruppe der Bundeswehr ist sein Ziel, denn der DM-Titel hat ihn nicht satt, sondern nur noch hungriger gemacht.

Nicht nur beim FC Lengdorf drücken sie ihm die Daumen – auch in Wambach, wo die Snowboard-Schmiede von Sepp Loipführer steht. „Man merkt einfach, dass das Brett handgemacht ist“, schwärmt Angenend von seinem Material, das genau auf ihn abgestimmt ist. „Der Radius ist kleiner als mein früheres Slalombrett. Es fährt leichter ums Eck“, sagt er. Ist halt ein Meisterbrett.

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