Zwei Siege als Beweis der neuen Dominanz

- Otepää - Erst jubelte Claudia Künzel über den ersten Weltcup-Einzelsieg ihrer Karriere, dann sprintete Staffel-Schlussläufer Tobias Angerer im Schneetreiben von Otepää allen davon: Die deutschen Skilangläufer haben ihre Rolle als neue nordische Führungsmacht zementiert.

<P>Die grandiose Bilanz des Wochenendes wurde durch den zweiten Platz der Damen-Staffel und das von Rene Sommerfeldt mit Platz sieben über 30 km verteidigte gelbe Trikot abgerundet.</P><P>"Irgendwann kann ich sicher auch mit der deutschen Fahne über die Ziellinie laufen."<BR>Staffelschlussläufer Tobias Angerer</P><P>Sommerfeldt hatte gestern schonungshalber einen Ruhetag einlegen dürfen, die siegreiche Staffel trat somit ohne den Weltcup-Spitzenreiter an. "Wenn du ohne deinen besten Mann gewinnst, kannst du dich wirklich nicht mehr beschweren. Wir sind momentan die Nummer 1, und die wollen wir verteidigen", erklärte Bundestrainer Jochen Behle: "Die anderen Nationen haben so einen Respekt vor uns, dass sie inzwischen nicht einmal mehr richtig angreifen." </P><P>So konnte Angerer schon lange vor der Ziellinie über den zweiten deutschen Staffel-Sieg der Weltcup-Geschichte vor Italien (0,6 Sekunden zurück) und Russland (0,7) jubeln. "An die Siege kann man sich gewöhnen, ich weiß, dass mich im Sprint kaum einer schlagen kann. Und irgendwann kann ich sicher auch mal mit der deutschen Fahne über die Linie laufen", erklärte Angerer, der sich durch seinen 6. Platz über 30 km auf Rang 2 des Weltcup-Gesamtklassements vorschob.<BR><BR>Den ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere feierte Claudia Künzel. Die 25-jährige Oberwiesenthalerin ist zwar Freistil-Spezialistin, doch in Estland bewies sie nun auch ihre Fähigkeiten im klassischen 15-km-Massenstartrennen. Nach einer gewaltigen Energieleistung beim letzten Anstieg hängte Künzel sogar die estische Weltcup-Spitzenreiterin Kristina Smigun um 0,9 Sekunden ab und kassierte das persönliche Rekordpreisgeld von 25 000 Euro. </P><P>"Zuerst hatte ich Mühe mitzukommen, dann bin ich einfach drauflosgelaufen. Eigentlich war mein Hauptziel, in dieser Eiseskälte nicht zu frieren, und jetzt habe ich ausgerechnet im Klassischen gewonnen", meinte Künzel fassungslos. Behle sagte zum Sieg der der Staffel-Olympiasiegerin: "Normalerweise laufen wir in Klassikrennen hinterher, aber Claudia ist unwahrscheinlich klug gelaufen. Ihr Sieg war eine Sensation."<BR><BR>Pech hatte Evi Sachenbacher, die lange Zeit aussichtsreich an der Spitze mitgemischt hatte, auf dem letzten Kilometer aber von einer vor ihr stürzenden Konkurrentin gebremst wurde und sich letztlich mit Rang 13 begnügen musste.<BR><BR></P>

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