Gipsabbau im Harz
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In einem Tagebau bei Ellrich wird Gips abgebaut.

Umweltministerium hofft auf mehr Gips-Recycling

Die Gipskarstgebiete um Nordhausen sind Refugium für seltene Arten. Der Gipsabbau in der Region sorgt seit Jahren für Diskussionen. Jetzt will die Landesregierung versuchen, Naturschutz und wirtschaftliche Belange besser zu vereinen.

Erfurt - Beim Erhalt der bundesweit einmaligen Gipskarstlandschaft im Südharz setzt Thüringens Landesregierung auf mehr Gips-Recycling und Forschung zu Ersatzstoffen. „Es geht um einen sparsameren Umgang mit Naturgips, aber auch um den Erhalt von Arbeitsplätzen“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Erfurt. Ziel sei, dass Thüringen „bundesweit Taktgeber bei der Ersatzstoffforschung wird“.

Dazu sollen die Fachhochschule Nordhausen und die Bauhaus Universität Weimar kooperieren. Das Land stelle Gelder zur Verfügung und bemühe sich um Bundesmittel, sagte die Ministerin. Zudem solle mit den angrenzenden Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, in denen auch der Gipsabbau eine Rolle spiele, zusammengearbeitet werden.

Siegesmund machte deutlich, dass Thüringen an den Naturschutzgebieten in der Südharzregion, die den Gipsabbau begrenzen, festhalten werde. „Der Abbau in Naturschutzgebieten ist keine Option.“ Derzeit gibt es in der Bauwirtschaft einen großen Rohstoffbedarf. Die Grünen-Politikerin brachte ins Spiel, Abraumhalden zu prüfen, ob dort noch nutzbares Material lagere. Den Bund forderte sie auf, Grenzwerte für Recyclingmaterial zu überprüfen.

Thüringen hatte zu Jahresbeginn den „Bromberg-Mühlberg“ bei Woffleben (Keis Nordhausen) mit einer Fläche von rund 150 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. In der Südharzer Gipskarstlandschaft entstand so eine Verbindung zwischen den Naturschutzgebieten „Mühlberg“ bei Niedersachswerfen und „Himmelsberg“ bei Woffleben.

Die Gipskarstlandschaft ist Lebensraum für Arten wie den Neuntöter, den Schwarzspecht und Uhu sowie die Bechsteinfledermaus, Mopsfledermaus und Wildkatze. Auch seltene Blütenpflanzen wie die Türkenbundlilie sowie zahlreiche Moose und Flechten kommen dort vor. dpa

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