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Produzentin Bea Schmidt

10 Jahre Sturm der Liebe: Darum ist die Daily Soap so erfolgreich

München - 10 Jahre "Sturm der Liebe": Zum Jubiläum der ARD-Daily-Soap erklärt Produzentin Bea Schmidt im Münchner Merkur den internationalen Erfolg des Formats.

Dirk Galuba hat es sich von Anfang an gedacht. Nun gut, zumindest hat er davon geträumt. „Ich habe heute Nacht geträumt, dass wir 2000 Folgen drehen“, sagte er damals kess zu Bea Schmidt. Die ist Produzentin der Serie „Sturm der Liebe“ – und konnte über so viel Optimismus nur staunen. „,Träum weiter, träum weiter!‘, hab ich gerufen und gelacht“, erinnert sie sich heute, zehn Jahre später – und muss dabei wieder herzlich lachen. Diesmal aber nicht über Galuba, sondern über ihre damaligen Zweifel. Denn der Schauspieler hat Recht behalten. Die 2000. Folge haben die Macher längst hinter sich gelassen. Mittlerweile sind sie bei Folge 2267 angelangt.

10 Jahre Sturm der Liebe: Mittlerweile Marktanteil von 24 Prozent

Am 26. September jährt sich die Ausstrahlung der ersten Sendung zum zehnten Mal. „Sturm der Liebe“, diese nachmittägliche Telenovela (ARD, 15.10 Uhr), ist eine echte Erfolgsgeschichte. Vor zehn Jahren mit einer Einschaltquote von fünf Prozent gestartet, verzeichnet die Serie, die bei der Münchner Bavaria produziert wird, mittlerweile einen Marktanteil von 24 Prozent beim Gesamtpublikum. Hatte Schmidt das erwartet? „Im Leben nicht!“, ruft sie. Natürlich hoffe man bei einem Serienformat immer, dass es weitergeht. „Doch der Nachmittag war schon immer das Sorgenkind der ARD. Da konnte man nie sicher sein, ob es funktioniert. Wir sind dann aber schon nach kurzer Zeit bei 20 Prozent Marktanteil angekommen“, erinnert sie sich.

Was ist das Erfolgsrezept von "Sturm der Liebe"? „Ich glaube, dass wir mit dieser Serie die Gefühle der Menschen ansprechen, das ist ein sehr emotionales Programm“, sagt Schmidt, die immer wieder Briefe von Zuschauern erhält, die sich bei ihr für die Sendung bedanken. „Natürlich haben wir auch Intrigen. Wir schrecken ja sogar vor Mord und Totschlag nicht zurück. Aber letztlich geht es am Ende immer gut aus.“ Das A und O seien aber die Schauspieler. Dass ein Dirk Galuba, eine Antje Hagen oder ein Sepp Schauer von Folge 1 an dabei sind, das mache viel aus. „Dass diese guten Geschichten von diesen Schauspielern verkörpert werden, ist sicherlich ein entscheidender Grund für den Erfolg“, glaubt die Produzentin.

10 Jahre Sturm der Liebe: Format sogar nach Mexiko verkauft

Sie konnte neben dem Jubiläum heuer noch einen Erfolg einfahren. In diesen Tagen läuft "Sturm der Liebe" das erste Mal in der Schweiz. Und damit in über 20 Ländern weltweit. „Wir haben das Format auch schon nach Mexiko verkauft. In die Heimat der Telenovela. Dass denen das überhaupt aufgefallen ist und sie sich gedacht haben: ,Das könnten wir auch machen‘, finde ich ja schon ein großes Kompliment“, freut sich Schmidt.

In Mexiko wurde „Sturm der Liebe“ nachproduziert, in anderen Ländern wird die Serie synchronisiert, in Skandinavien mit Untertiteln gesendet. Und in Lettland gibt’s eine Männerstimme, die allein alles übersetzt und erzählt, was da gerade auf Deutsch vor sich geht. Am narrischsten sind die Italiener. „Da ist es der Renner! Die Serie läuft dort zur Prime Time, um halb neun abends“, erzählt Schmidt, und versucht sich an einer Erklärung: „Naja, Italiener sind doch sehr emotionale Menschen – da passt unsere Telenovela natürlich gut. Und sie lieben die wunderschöne bayerische Landschaft, die wir ja immer wieder bei Außendrehs nutzen, wo uns Gott doch all das Schöne vor die Füße gelegt hat.“ Wenn sie mit den Schauspielern nach Italien fahren, zu Werbedrehs oder Fan-Ttagen, da kommen sie nirgendwo unerkannt vorbei. „Die Italiener sind die Verrücktesten. Die lassen unsere Schauspieler über keine Straße gehen ohne nach einem Foto oder Autogramm zu fragen.“

Zum Jubiläum von "Sturm der Liebe" blickt die Bavaria zurück. Bis zum 13. September können Fans im Bavaria Film Foyer eine Ausstellung über die vergangenen zehn Jahre besuchen. Kostüme, Requisiten, Drehbücher und viele Videoausschnitte lassen den Aufstieg des Hotels Fürstenhof, wo die Liebe nun schon seit so langer Zeit stürmt, Revue passieren. Bea Schmidt jedenfalls hat noch lange nicht genug. „Ich gehe in jede Abnahme, ich schaue mir jede Folge an, die wir drehen. Ich lese alle Exposés. Auch nach zehn Jahren noch voller Begeisterung“, sagt sie. Der große Zuspruch der Zuschauer, er sei der stärkste Motor – und der läuft auch nach zehn Jahren noch wie frisch geölt.

Von Katja Kraft

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