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„Capriccio“ und LaBrassBanda verbindet eine langjährige Freundschaft. Für die Jubiläumssendung sind sie in die Alz gestiegen.

BR-Magazin hat was zu feiern

1001. Sendung: Für Capriccio gehen LaBrassBanda baden

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München - Das Kulturmagazin Capriccio vom Bayerischen Rundfunk feiert sein Jubiläum zum zweiten Mal. Der Grund dafür ist einfach wie nachvollziehbar.

Die 1000. Folge feiern kann jeder. Capriccio feiert die 1001. Warum? Die eine, etwas banale Antwort lautet: Einige Menschen, die das Kulturmagazin im BR Fernsehen seit Jahren mit viel Leidenschaft und Empathie unterstützen, hatten vor einer Woche keine Zeit, und man wollte sie bei dem Fest gern dabeihaben. Der andere, wesentlich gewichtigere Grund für das unrunde Jubiläum: Das Besondere passt einfach besser zu ­Capriccio als das Normale. Die Sendung hat – vielleicht gemeinsam mit Quer – seit jeher eine ­Sonderstellung innerhalb des traditionell eher konservativen Bayerischen Rundfunks. „Es gibt sicher einige Programme bei uns im Haus, die herausstechen, und ich denke, da gehören wir dazu“, sagt Sylvia Griss im tz-Gespräch. Seit 2002 ist sie – zusammen mit Franz Xaver Karl (seit 2006) – als Redakteurin für Capriccio verantwortlich.

Was macht das Besondere aus – abgesehen davon, dass die Sendung als einziges Kulturmagazin in der ARD ohne Moderator auskommt, dafür aber die Beiträge von großartigen Sprechern wie Shenja Lacher und Udo Wachtveitl vertonen lässt. „Wir versuchen in jeder Ausgabe, einen radikal subjektiven Zugang zu den Menschen und Themen zu bekommen“, sagt Griss. „Wir zeigen Haltung und haben den Anspruch, für jeden Beitrag einen ungewöhnlichen Dreh zu finden.“

Die Redakteure Sylvia Griss und Franz Xaver Karl

Konkret heißt das: Die Autoren, insgesamt besteht das Team aus gerade mal zehn Kollegen – allesamt „Leidenschafts-Täter“, wie Sylvia Griss sie nennt –, schaffen vor allem besondere Situationen für die Gespräche. Man fährt in die Heimat, an typische Orte, an Plätze, wo sich die Pro­tagonisten wohlfühlen. Und: „Wir suchen Menschen und Geschichten aus, von denen wir restlos begeistert sind“, so Griss. Ein neues Buch allein reicht nicht, um bei Capriccio vorzukommen.
Für die Jubiläumsausgabe am Donnerstag haben sich unter anderem die Jungs von LaBrassBanda in die Alz begeben – mitsamt ihren Instrumenten und dem Wasser bis zum Hals. Oder Schauspieler Peter Simonischek. „Er kam nach einem Auftritt in Salzburg todmüde von der Bühne“, erinnert sich Sylvia Griss. „Auf einmal stellte er sich auf die Terrasse des Festspielhauses und rief ganz laut ,Jedermann‘ in die Stadt hinein.“ Ein typischer „Capriccio-Moment“ für die Redakteurin. „Nach solchen Momenten suchen wir, danach sehnen wir uns – und ich denke, wir bekommen sie auch überdurchschnittlich oft.“

In der Tat: Capriccio ist eine kleine, aber sehr feine Sendung, die am 20. Januar 1987 zum ersten Mal im BR lief, seitdem Woche für Woche zeigt, was in der Welt der Kunst und Kultur wichtig ist, und nun, eben mit der 1001. Folge, ein stolzes Jubiläum feiert. Die Liste der Gratulanten in der Sendung ist denn auch entsprechend hochkarätig: Bibiana Beglau, Konstantin Wecker, Luise Kinseher, Thomas Schmauser, die Well Brüder und Fürstin Gloria von Thurn und Taxis schicken persönliche Glückwünsche. Und wir schließen uns gerne an.

„Capriccio“, donnerstags, 22 Uhr, BR Fernsehen

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