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Feierte 2014 mit „Ottis Aquarium“ sein Comeback auf dem Pay-TV-Sender Heimatkanal: Ottfried Fischer.

"37 Grad" im ZDF

Otti-Fischer-Doku: Parkinson, du bist a feige Sau

München - Die Sendung "37 Grad" im ZDF beschäftigte sich am Dienstagabend mit Ottfried Fischer. Das Team hat den Kabarettisten ein Jahr lang begleitet.

Es ist einer der letzten Drehtage zur ARD-Serie Pfarrer Braun: Ottfried Fischer wirkt erschöpft. Nicht im typischen Zittern, sondern mit einer bleiernen Müdigkeit zeigt sich die Parkinson-Erkrankung bei den Dreharbeiten in jenem Herbst 2013. Dass Otti dennoch bis zur letzten Szene vollen Einsatz zeigt, ringt Schauspielkollege Peter Heinrich Brix Bewunderung ab: „Er stellt seine Krankheit nicht aus, und er versteckt sie nicht. Wie es in ihm aussieht, weiß man allerdings auch nicht.“

"37 Grad“

Dienstag, 22.15 Uhr, ZDF

Um die Innenschau, einen Blick hinter die Fassade des scharfzüngigen Entertainers, bemüht sich die 37 Grad-Reportage Ottfried ­Fischer und sein Freund Parkinson, die Andrea Schramm und Jana Matthes ein Jahr lang gedreht haben. Da gibt es altbekannte Witze und Anekdoten, die der Kabarettist gern zum Besten gibt, weil er seit zehn Jahren versucht, der Krankheit mit Humor zu begegnen. Da gibt es aber auch Momente der Wut, in denen Fischer seinen Parkinson als „feige Sau“ und „Arschgesicht“ beschimpft und verspricht, „dass er sich von der Krankheit nicht k. o. schlagen lässt“.

Täglich steigt er mit seinem ständigen Wegbegleiter in den Ring. Unterstützt von Managerin Regina Weber und seinem besten Freund Robert Müller. Sie halten Fischer an schlechten Tagen den Rücken frei und erinnern ihn an den guten, dass er auch mal einen Gang zurückschalten und sich ausruhen muss. Entschleunigung, sagt Otti Fischer, sei vielleicht das einzig gute am Parkinson. „Davor rennst du ohne Unterbrechung im Hamsterrad. Laufen, laufen, laufen, und am Ende produzierst du nicht mal Strom“, schmunzelt der 61-Jährige. Sein Credo für die kommenden Jahre: Das zu tun, was mir gefällt.

Schreiben, singen, spielen, auf der Bühne stehen – soweit es der Parkinson ihm erlaubt. Im Film wirkt Fischer vital, voller Energie und in seinem Element, wenn er der Mutter und dem Bruder auf dem Bauernhof im niederbayerischen Ornatsöd einen Besuch abstattet. „Er war schon immer ein Mordsbursch, zehn Pfund schwer bei der Geburt“, erinnert sich die Mutter. Einer, bei dem ihr immer klar gewesen sei, dass er mal nicht den Hof übernehmen würde. Die Bühne, das war, ist und wird immer Ottis Leben sein.

aki

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