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Walter Sedlmayr (r.) mit Uschi Glas und Elmar Wepper.

Große Gala heute ab 19 Uhr

50 Jahre Bayerisches Fernsehen: TV weiß-blau

München - Das Bayerische Fernsehen wurde einst geschaffen, um den Freistaat stärker ins Programm zu holen. Das macht der Sender jetzt seit 50 Jahren.

Walter Sedlmayr war ein grantiger Bayer. Nicht zufällig, sondern weil es den lustigen Bayern bereits gab, als er mit der Schauspielerei anfing. „Also hab’ ich den grantigen Bayern kreiert“, sagte er. Ganz gezielt. Sedlmayr war auch Frühaufsteher. Gern schrieb er die Texte seiner Mitspieler um und brachte sie zum Drehort mit, worauf die Kollegen die Dialoge erst wieder neu lernen mussten. Im Grunde war Sedlmayr so bayerisch wie professionell – ein Mix, der auch das Bayerische Fernsehen gut charakterisiert, für das er viele Jahre vor der Kamera stand. Und dieses Bayerische Fernsehen (BFS) wird nun 50 Jahre alt.

Im Herbst 1964, als das BFS losflimmerte, war Fernsehen eine übersichtliche Sache. Es gab nur das Erste und aus Mainz das ZDF. Dann kamen nach und nach die „Dritten“ – weil die Landessender der ARD das Programm stärker regional prägen wollten. Der Bayerische Rundfunk marschierte vornweg. Fortan bot das Bayerische Fernsehen (BFS) Information und Kultur aus und für Bayern, auch Unterhaltung: den „Komödienstadel“ (seit 1964) und Serien wie „Polizeiinspektion 1“ (seit 1977) mit Sedlmayr. Carolin Reiber und später Petra Schürmann sagten das Programm an, gesendet wurde (und wird) aus München-Freimann und Unterföhring im Landkreis München.

Franz Xaver Bogner prägte Authentisch-Bayerisches mit Produktionen wie „Der Kaiser von Schexing“, „München 7“ und „Irgendwie und sowieso“ (1986) – noch heute pilgern Fans an den Drehort, wo Sir Quickly seinen Stall bunt angemalt und seine Kühe mit den Beatles beschallt hatte. Dennoch: Zwei Drittel des BFS-Angebots fallen unter „Information“. Man verweist stolz darauf, anders als die meisten anderen Sender die ARD-„Tagesschau“ zu übernehmen, sondern mit der „Rundschau“ eine eigene Nachrichtensendung zu produzieren. Lange galt der BR als „Schwarzfunk“, der die Direktiven der Staatsregierung mehr oder weniger verklausuliert im Programm unterbrachte.

Aus unliebsamen Kabarettsendungen wie dem „Scheibenwischer“ schaltete man sich schon mal aus, weil man einen Tschernobyl-Beitrag zu kritisch fand. Unvergessen die Wahlnacht im Januar 1987: Der einstige Fernsehdirektor Wolf Feller, ein strammer CSU-Soldat, schaffte es nicht, seinen Spezl Franz Josef Strauß davon abzuhalten, alkoholisiert vor die Kamera zu treten.

Zugleich übte sich das BFS in Zuschauernähe, schuf Sendungen wie „Jetzt red i“ (seit 1971), in denen Bürger lokale oder regionale Probleme mit Politikern ausfechten. Ein moderneres Bild vermittelte ab Mitte der Achtzigerjahre die Jugendsendung „Live aus dem Alabama“, in der Nachwuchsmoderatoren wie Amelie Fried, Giovanni di Lorenzo, Sandra Maischberger oder Werner Schmidbauer mit Gästen über Themen wie Aids oder Rechtsradikalismus diskutierten – und regelmäßig Proteste von Landespolitikern auslösten.

Fernsehgala

Der BR feiert das Jubiläum mit einer Gala, die heute ab 19 Uhr im Bayerischen Fernsehen übertragen wird.

Rudolf Ogiermann

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