Abenteuer Adoption

ZDF-Zweiteiler "Durch Himmel und Hölle": - Natalia Wörner befindet sich in guter Gesellschaft. Das New Yorker Institut von Lee Strasberg, wo die 1967 geborene Schauspielerin ihr Handwerk erlernte, besuchten schon Größen wie Marlon Brando und Robert De Niro. Im ZDF-Zweiteiler "Durch Himmel und Hölle" spielt sie, selbst Mutter eines elf Monate alten Sohns, die Physiotherapeutin Rebecca, die sich nach drei Fehlgeburten mit ihrem Mann Tom (Kai Wiesinger) für eine Adoption entscheidet.

Doch das Ehepaar scheitert an der deutschen Bürokratie, und Rebecca versucht ihr Glück bei einem zwielichtigen Vermittler (Axel Milberg) in Argentinien.

Rebecca sagt zu Beginn, sie glaube an das Schicksal. Was bedeutet Schicksal für Sie persönlich?

Wörner: Schicksal heißt für mich, dass die Eckpfeiler des Lebens wahrscheinlich vorbestimmt sind. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch die freie Wahl gäbe. Ich denke also eher an eine Art Grunddramaturgie, die man mit Vernunft, Glück und Leidenschaft selbst mitbestimmen kann.

Der Film beginnt wie ein Beziehungsdrama und endet im zweiten Teil beinah als Krimi. Hat Sie die Rolle besonders gereizt, weil Sie viele schauspielerische Facetten einbringen konnten?

Wörner: Rebecca geht nicht nur auf eine äußere Reise, sondern auch auf eine innere. Ich mochte besonders, dass sie sich in dem Moment, wo sie kurz vor der Erfüllung ihrer Träume steht, gegen diese Erfüllung entscheidet. Nach einer langen, schmerzvollen Wegstrecke sagt sie nein. Im normalen Leben würden sich manche Frauen womöglich anders entscheiden.

Wie beurteilen Sie den politischen Druck, der mittlerweile auf Kinderlose ausgeübt wird?

Wörner: Man sieht an den Anfeindungen gegen Frau von der Leyen, wie wenig mancher hierzulande den tatsächlichen Bedürfnissen entgegenkommen will. Diese ganze Diskussion ist unsachlich und voller alter Fehlurteile, aber ich merke auch selbst, wie schwierig es ist, ein optimales Modell zu finden, seinen Kindern gerecht zu werden und trotzdem wieder in den Beruf einsteigen zu können.

Laut einer schwedischen Studie machen viele adoptierte Kinder im Teenageralter schwere Identitätskrisen durch. Abstrakt gefragt: Ist Elternschaft auch ein biologisches Verhältnis oder vorrangig ein soziales?

Wörner: Natürlich ist Elternschaft auch Biologie. Der Film hat durch die Auslandsadoptionen einiger Prominenter eine ungeahnte Aktualität bekommen. Ich finde es einerseits großartig, was etwa Angelina Jolie macht, andererseits frage ich mich als junge Mutter auch: Wieviel Zeit hat sie für ihre vier Kinder noch? Ich bin grundsätzlich für Adoption, vor allem wenn Kindern mit einer Heimat, einer liebenden Familie mehr oder weniger das Leben gerettet werden kann. Aber man sollte gerade bei Auslandsadoptionen auch die Probleme nicht unterschätzen. Das ist ein lebenslanger Prozess, der mit sehr großen Schwierigkeiten verbunden ist.

Pflegen Sie durch Ihr Studium in New York bei der Vorbereitung auf eine Rolle einen anderen Stil als Ihre Kollegen?

Wörner: Ich habe schon das Bedürfnis, mich in eine Rolle hineinzuleben, zu recherchieren. Zum Beruf gehört sowieso, dass man nie aufhört zu lernen. Es wäre schlimm, wenn man das Gefühl hätte, die Rollen wären kleiner als das eigene Leben. Nichts ist schöner als eine Herausforderung.

Diese Chance ergibt sich ja vielleicht im Zuge des aktuellen Booms des deutschen Films.

Wörner: Ich fände es schön, wenn uns der Oscar für "Das Leben der Anderen" den Mut geben würde, auch wieder verstärkt Stoffe anzupacken, die keine Komödien oder Kinderfilme sind.

ZDF, erster Teil heute, zweiter Teil am 4. April, jeweils um 20.15 Uhr.

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