Abgrund statt Idylle - Ferch und Uhl drehen Schwarzwald-Thriller

Freiburg (dpa) - - Heino Ferch und Nadja Uhl reisen durch den malerischen Schwarzwald. Doch die Idylle trügt. Die Region wird für das Paar zum Ort des Grauens. Die beiden Schauspieler haben vier Wochen lang für das ZDF den Spielfilm "Die Toten vom Schwarzwald" gedreht.

Es ist kein Heimatfilm, sondern ein sogenannter Mystery-Triller entstanden. Wann er gesendet wird, steht nach ZDF-Angaben noch nicht fest.

"Das Drehbuch hat mich sofort begeistert", sagt Ferch. "Es ist absolut fesselnd." Und es ist der Versuch, den Schwarzwald einmal anders darzustellen. Die vermeintlich heile Welt, in der sich die Helden des Films bewegen, entpuppt sich zunehmend als düsterer Abgrund. Ferch (45) spielt den Stuttgarter Kriminaltechniker Auerbach. Bei einer Fahrt in den Schwarzwald verschwindet seine Ex-Frau Katharina (Anna Schudt) spurlos. Auerbach macht sich verzweifelt auf die Suche, er will das Rätsel um ihr Verschwinden klären. Die Polizei glaubt nicht an ein Verbrechen, aber Auerbach gibt nicht auf. Nachdem die skelettierte Leiche der Frau gefunden wird, stoßen seine Recherchen auf erbitterten Widerstand.

Unterstützt wird Auerbach lediglich von der Lehrerin Inka, gespielt von Nadja Uhl (36). "Es war eine große Herausforderung, sich in den Stoff einzuarbeiten", sagt Ferch. Das Thema sei spannend und aktuell. Es gehe um eine Familientragödie und um menschliche Abgründe. Erinnert habe ihn die Handlung an den Inzest-Fall im österreichischen Amstetten. Dort hatte ein Familienvater seine Tochter 24 Jahre lang im Keller seines Hauses gefangen gehalten und regelmäßig vergewaltigt.

"Einen solchen Film zu drehen, ist eine hochemotionale Angelegenheit", sagt Nadja Uhl. Der Inhalt des Streifens mache es notwendig, dass sich die Schauspieler genau mit ihm auseinandersetzen. "Der Zuschauer spürt, ob die Schauspieler ihre ganze Kraft und Energie in einen Film gesteckt haben. Sie haben ein Recht darauf, dass wir alles geben", sagt sie. Gefragt sei Perfektionismus. "Das ist ohnehin das Ziel, das ich bei der Arbeit habe", sagt Uhl. Den Spaß am Spielen und Drehen habe sie sich erhalten. "Monotonie bei der Arbeit ist ein Gefühl, das ich nicht kenne." Den Entschluss, Schauspielerin zu werden, habe sie noch nie bereut. "Am Schauspiel, diesem kreativen Prozess, habe ich eine unverändert große Freude."

Ihr Kollege Ferch hat nach eigenem Bekunden durch seine Kino- und Fernsehrollen mehr über die deutsche Geschichte gelernt als in der Schule. "Diese wahnsinnige Spannung und die Freude am Lernen, die ich bei der Vorbereitung und beim Drehen der Filme spüren konnte, habe ich in der Schule vermisst", sagt er. Ferch spielte unter anderem in "Der Tunnel", "Das Wunder von Lengede", "Der Untergang", "Ghetto", "Comedian Harmonists" und "Die Luftbrücke" mit.

Das Drehbuch von "Die schwarzen Wälder" hat Thorsten Näter geschrieben. Der 55 Jahre alte Hamburger, der für ARD und ZDF schon mehrere Krimis gedreht hat, führt auch Regie. Produziert wird der Film von der TV-Firma Studio Hamburg.

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