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Der damalige Bundespräsident  Christian Wulff besuchte 2011 in Katar den arabischen Fernsehsender Al Dschasira. Jetzt kommt ein US-Ableger

Rund 1000 Mitarbeiter

Al-Dschasira startet mit eigenem US-Kanal

New York - Der arabische TV-Sender Al-Dschasira will die Fernsehlandschaft in den Vereinigten Staaten mit einem eigenen Kanal aufmischen und verspricht Abwechslung zum US-Mainstream. Das Geld dafür kommt aus dem Golfemirat Katar.

CNN und Fox News bekommen Konkurrenz: Der arabische TV-Sender Al-Dschasira ist mit einer amerikanischen Version (Sendestart: Dienstag, 21 Uhr MESZ) nun auch in den USA präsent. Dafür hat die Fernsehgesellschaft, die vom Golfemirat Katar finanziert wird, keine Kosten gescheut.

Al-Dschasira America beschäftigt im New Yorker Hauptquartier rund 1000 Mitarbeiter und verpflichtete amerikanische Top-Journalisten für das Programm. Mit im Boot sind etwa der CNN-Chefkorrespondent für Wirtschaft, Ali Velshi, und der frühere NBC-Moderator John Seigenthaler, der laut Medienberichten die abendliche Nachrichtensendung präsentieren soll.

Al-Dschasira plant täglich ein 14-stündiges Nachrichtenprogramm unter anderem mit vielen Geschichten aus der arabischen Welt. Dort ist der Sender, der internationale Programme in Englisch und Arabisch ausstrahlt, bereits eine etablierte Größe und erreicht täglich Millionen von Zuschauern.

Für den flächendeckenden Einstieg in den USA hatte der Medienkonzern mit Sitz in Katar zuvor den linksliberalen US-Kabelsender Current TV übernommen, der 2005 vom früheren US-Vizepräsidenten Al Gore zusammen mit einem Geschäftsmann gegründet worden war. Laut Medien belief sich der Kaufpreis auf 500 Millionen Dollar (376,4 Millionen Euro).

Ob Al-Dschasira America die amerikanischen Wohnzimmer im Sturm erobern wird, ist offen. Zwar erreicht der Sender über den Kanal von Current TV auf Anhieb 48 Millionen US-Haushalte. Allerdings hatte jener Sender nach Angaben von Statistikern zuletzt nur rund 24 000 Zuschauer zur Hauptsendezeit. Zum Vergleich: Fox News erreichte 1,3 Millionen Menschen.

Zudem misstrauen viele Amerikaner dem arabischen Sender noch immer. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte er Drohbotschaften des Al-Kaida-Anführers Osama bin Laden ausgestrahlt und sich damit unter anderem die Kritik der damaligen US-Regierung unter Präsident George W. Bush zugezogen.

Vor dem Start machte die „New York Post“, die wie Fox News zum Imperium von Rupert Murdoch gehört, Stimmung gegen den neuen Konkurrenten. Das Blatt zitierte - ohne Namen zu nennen - große Werbeagenturen, die angeblich nicht bereit seien, bei Al-Dschasira Reklame zu platzieren.

Al-Dschasira America will nach eigenen Angaben im US-Fernsehmarkt Lücken füllen, besonders junge Zuschauer ansprechen und mit Dokumentationen und Themen fernab vom Mainstream punkten. Anders als andere amerikanische Fernsehsender soll das Programm dabei weniger durch Werbespots unterbrochen werden.

„Die Zuschauer werden einen Kanal sehen, der sich von den anderen unterscheidet“, sagte der vorläufige Senderchef Ehab Al Shihabi. Schwerpunkte des Programms würden faktenbasierte und hintergründige Nachrichten sein. „Es wird weniger Meinung, weniger Geschrei und weniger Promi-Meldungen geben.“

dpa

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