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Die Neuen in Erfurt: Kriminaloberkommissar Maik Schaffert (Benjamin Kramme, v. l.), Polizeipraktikanten Johanna Grewel (Alina Levshin) und Kriminalhauptkommissar Henry Funck (Friedrich Mücke) ermitteln an diesem Sonntag ab 20.15 Uhr zum ersten Mal in einem ARD-„Tatort.

Alina Levshin im Interview

„Wir wollen etwas Frisches schaffen“

München - Alina Levshin spricht im Interview mit dem Münchner Merkur über ihre neue Rolle im ARD-„Tatort“ aus Erfurt und Altersgrenzen in der Schauspielerei

Noch keine 30 und schon preisgekrönt – mehrfach. Schauspielerin Alina Levshin gilt als eine der Besten unter den jungen Darstellern. Wer sie als Rechtsradikale in „Die Kriegerin“ gesehen hat, weiß weshalb. So zart sie wirkt, so kraftvoll ist ihr Spiel. Am Sonntag ermittelt sie ab 20.15 Uhr zum ersten Mal im ARD-„Tatort“ mit Benjamin Kramme und Friedrich Mücke. Das neue Team aus Erfurt bekommt es in „Kalter Engel“ mit einem Mord und Medikamenten-Missbrauch unter Studenten zu tun. Wir sprachen mit Alina Levshin (29) über ihr Karriere und ihre Rolle als Polizeipraktikantin.

Darf man sich denn mit unter 40 schon an das Flaggschiff „Tatort“ wagen?

(Lacht.) Ich bin wirklich überrascht und glücklich, dass man uns das zutraut. Das ist eine Ehre.

Abgesehen vom Alter und der Dreier-Konstellation: Was ist am neuen „Tatort“ aus Erfurt anders als bei den übrigen Teams?

Wir versuchen, unsere Nische zu finden. Wir wollen etwas Neues und Frisches schaffen. Ohne die anderen schlechtzureden: Ich glaube, dass unser „Tatort“ gut ist für die Mischung insgesamt.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Rolle der Polizeipraktikanten Johanna Grewel?

Sie ist sehr ambitioniert und leidenschaftlich im Detail – das mag ich an ihr. Manchmal ist sie übereifrig, das kenne ich auch von mir. Wenn ich etwas besonders möchte, merke ich oft nicht, dass andere Dinge auf der Strecke bleiben.

Ein Praktikum ist meist zeitlich begrenzt. Sind Sie nur befristet im Team?

Davon gehe ich nicht aus. Das Konzept sieht ein Dreier-Gespann vor. Gerade bei meiner Figur ist es spannend, weil ich zwar mit ermittle, aber kein Kommissar bin. Da kann sich viel entwickeln.

Wie kamen Sie eigentlich an die Rolle?

Meine Agentur hat angerufen: Es gebe da ein Konzept, in dem ich vorgesehen sei, und ob ich mir das vorstellen könne. Für mich wäre bereits eine Episoden-Rolle eine riesige Sache gewesen.

Gibt ein solches festes Engagement neben dem Renommee auch Sicherheit, weil es ein regelmäßiges Einkommen bietet?

Es ist momentan schwierig für Schauspieler, und ich kenne viele Kollegen, die keine Arbeit finden, auch nicht am Theater. Daher weiß ich dieses Angebot sehr zu schätzen. Dennoch bin ich nicht der Mensch, der sich nun denkt: „Juhu, das mache ich jetzt die nächsten 30 Jahre.“

Wann haben Sie gemerkt, dass Schauspielerei das ist, was sie machen möchten?

Als Mädchen stand ich mit dem Kinder-Ensemble im Friedrichstadt-Palast tanzend auf der Bühne und hatte dabei nur einen Gedanken: Hoffentlich mache ich mal etwas, dass damit etwas zu tun hat. Ein Beruf sollte einen emotional erfüllen und die Existenz sichern.

Wann haben Sie gemerkt, dass Sie besser sind als andere?

Als Kind geht es vor allem um den Spaß. Klar ist man nervös, aber ich konnte schon immer gut abstrahieren, meine Fantasie nutzen, um die Zuschauer auszublenden. Würde man immer nur an die Zuschauer denken, würde man erstarren und keinen Ton rausbringen. Das ist vielleicht der Unterschied zu anderen, dass ich da ganz gute Methoden für mich entdeckt habe. Ob es tatsächlich gut ist, was ich mache, das entscheiden andere.

Sie haben einen Bambi und den Filmpreis gewonnen. Macht Ihnen der frühe Erfolg Angst?

(Lacht.) Schauspieler bekommen keine Altersfrist gesetzt. Die Sehnsucht und die Suche nach dem Neuen halten einen geistig und körperlich jung. Meine Angst ist, dass ich meine Neugierde verlieren könnte. Aber ich finde es absurd, von anderen zu hören, was denn nun noch kommen soll.

Von der russischen Zwangsprostituierten zur Neonazi-Braut, jetzt Polizei-Praktikantin. Gegensätzlicher können die Rollen kaum sein. Zufall oder Absicht?

Auf jeden Fall Absicht. Ich möchte für mich immer Neues entdecken. Deshalb war ich so glücklich, als mir „Die Kriegerin“ angeboten wurde – weil ich auf so einen Stoff wahnsinnige Lust hatte. Das hat viel mit Glück zu tun.

Was hat sich für Sie seit Ihrer preisgekrönten Rolle als „Die Kriegerin“ geändert?

Die Aufmerksamkeit war vorher auch schon da, und ich wurde noch nie auf eine bestimmte Art Rolle festgelegt. Aber jetzt sind noch mehr Schubladen geöffnet worden. Ich bin in der glücklichen Lage, Angebote auch abzulehnen, weil sie mich nicht in dem Maße interessieren, dass ich zu hundert Prozent dahinterstehen würde.

Das Gespräch führte Stefanie Backs.

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