Alles eine Nummer unspektakulärer: Musical Showstar

Mainz - Junge, übernatürlich strahlende Menschen, die in Einspielfilmen von der großen Karriere schwärmen oder aber Tränen vergießen, weil der Opa das alles nicht mehr erleben kann; Eltern, Freunde und Fans, die im Studio hemmungslos ihrem Favoriten zujubeln; eine Jury, die öffentlich ausspricht, was früher nicht ohne Grund hinter verschlossenen Türen gesagt wurde - das alles kommt einem sehr bekannt vor.

Auch das ZDF hat jetzt seine Castingshow, seine Live-Auslese vor Millionen, doch dem Mainzer Sender ist es gelungen, sich mit dem "Musical Showstar" vom schier übermächtigen RTL-Vorbild "Deutschland sucht den Superstar" zu emanzipieren.

Das fängt schon bei der Art der Musik an. Kaum etwas scheint besser zu passen zum Publikum des Senders als Ohrwürmer aus Musicals, präsentiert von Kandidaten, die mehrheitlich hör- und sichtbar Talent haben. Umso schöner, dass das ZDF dem Siegerduo konkrete Jobs (nämlich in "Starlight Express") anbietet und nicht wie RTL seinen Protagonisten Plattenverträge, die schon bald wieder gekündigt werden können. Wer im Zweiten siegt, wird zwar nicht RTL-"Superstar", aber er darf in seinem Traumberuf arbeiten.

Dass die Quote der ersten von drei Finalshows (weiter geht's am 16. und 18. April) eher mager ausfiel, sagt nichts (oder sehr viel) über die Qualität aus. Hier prolt eben kein Dieter Bohlen für eine gute Schlagzeile, hier beurteilen Experten ohne Allüren die gezeigten Leistungen, eher (zu) freundlich als streng.

Alles eine Nummer unspektakulärer also, auch Thomas Gottschalks Moderation - und das ist auch schon das Einzige, was man neben dem Ausscheiden der Münchner Kandidatin Navina Heyne bedauern könnte. Der große Blonde fand erst spät zu seiner sprichwörtlichen Spritzigkeit, schien fast ein wenig zu fremdeln im ungewohnten Format. So setzte lange Zeit Ehrengast Rolando Villazón mit seiner sympathisch impulsiven Art ("Fantastisse Sstimme!") die Akzente. "Ich hoffe nicht, dass Sie jetzt mich rauswählen", witzelte der Moderator am Ende in Richtung Zuschauer. Nein, so schlecht war's für den Anfang nicht.

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