Alles für Omas Tierpension

- Kölns Kardinal Joachim Meisner war dem Fernsehen wohlgesonnen. Zum ersten Mal überhaupt durfte in den Türmen des Kölner Doms für einen fiktionalen Film gedreht werden. Dort entstanden dann einige atemberaubende Sequenzen der sonst eher auf Behaglichkeit getrimmten Produktion "Pik und Amadeus ­ Freunde wider Willen", die die ARD als Weihnachtsunterhaltung für die ganze Familie am 2. Feiertag zeigt. Gedreht wurde außer in Köln in Bad Godesberg bei Bonn, Regie führte Dominikus Probst.

Die Geschichte, produziert von Hans. W. Geißendörfer ("Lindenstraße"), erzählt von der Liebe zweier Kinder. Pik, kesse Göre ohne Eltern, aber mit warmherziger Oma, deren Tierpension vor dem Aus steht, versteckt sich auf der Flucht vor kriminellen Polizisten, denen sie auf die Schliche kam, als vermeintliches "Gastkind" aus Frankreich im piekfeinen Haus einer Künstlerfamilie. Die Mutter (Sonja Kirchberger) ist Opernsängerin, der Vater (Heinrich Schafmeister) ihr Manager, und Sohn Amadeus soll als Wunderkind auf den Spuren Mozarts wandeln.

"Keine eigentlich schlechten Eltern", sagt Schafmeister. "Nur haben sie vergessen, dass man ein Kind auch mal in den Arm nehmen muss." Das besorgt nun umso ausgiebiger die kleine Pik, die Amadeus‘ Abneigung gegen vorlaute "Weiber" bald überwindet. Am Ende kommen die beiden gar auf die Idee einer vorgetäuschten Entführung, um das Geld für die darbende Oma aufzutreiben, wobei sich Amadeus fast noch gewitzter anstellt als die schlaue Pik: "Schreib denen, unsere Entführer würden mir täglich einen Finger abschneiden!", rät er der neuen Freundin. "Das beeindruckt meine Mutter am meisten, weil ich dann nie mehr Klavier spielen könnte."

Sidonie von Krosigk, als Hexe "Bibi Blocksberg" schon filmerfahren, und Robin Becker sind die Kinder. Bereitwillig ließen sich die Erwachsenen, darunter auch noch Rudolf Kowalski und Andreas Hoppe als mehr und minder korrekte Polizeibeamte, von ihnen an die Wand spielen. Schafmeister, versiert im Filmen mit Kindern, weiß: "Bei Kindern ist alles möglich, nur eines sollte man nie ­ ihnen Konkurrenz machen. Kinder und Tiere sind ganz automatisch die Stars."

ARD, 2. Weihnachtsfeiertag, um 14.15 Uhr

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