Das alte Rom aus Pappmaché

- Es sollte eine lange Reise durchs Reich der römischen Kaiser werden, reichte aber nur für eine kurze Stippvisite bei Augustus und Nero. Fernsehproduzent Jan Mojto plante die Produktion von sechs Zweiteilern im Gesamtwert von bis zu 90 Millionen Euro mit verschiedenen internationalen Partnern. Doch bereits nach der Ausstrahlung des ersten Filmes, "Mein Vater der Kaiser", über Augustus im Januar vergangenen Jahres machten die schlechten Einschaltquoten im ZDF dem Plan einen Strich durch die Rechnung.

Heute und morgen hat das ZDF noch den zweiten Zweiteiler über "Nero" (Regie: Paul Marcus) zu später Stunde ins Programm eingebaut. Aber aus der eigens für die Reihe in Tunesien geschaffenen Filmstadt (Kosten: 15 Millionen Euro) mit dem alten Rom aus Pappmach鴐 hat sich Mojto zurückgezogen. Der italienische Partner Lux produziert derzeit alleine weiter.

Die Titelrolle in "Nero" spielt der Schotte Hans Matheson. Von deutscher Seite ist bei der internationalen Koproduktion, die vor zwei Jahren entstand, als Neros Geliebte Acte Schauspielerin Rike Schmidt im Einsatz. Dabei ist auch Matthias Habich als Neros Lehrer Seneca. Die 26-jährige Schmidt, bekannt als Maximilian Schells Partnerin in der Serie "Der Fürst und das Mädchen", träumt insgeheim vom internationalen Durchbruch. "Man fühlt sich bei dem Projekt ganz als Europäerin", schwärmt sie.

Die Geschichte beginnt, als Nero neun Jahre alt ist und von seiner Mutter Agrippina, einer Schwester des grausamen Kaisers Caligula, erzogen wird. Als ein Mordkomplott gegen seinen Onkel aufgedeckt wird, wird sein Vater als einer der Drahtzieher ermordet. Agrippina wird auf eine Insel verbannt und Nero in die Obhut seiner Großtante Domitia gegeben. Auf ihrem Landgut wächst er in der Gesellschaft von Sklaven auf.

Als Nero ein junger Mann geworden ist, erwacht seine Liebe zu der Sklavin Acte. Nero ist bereit, alles für diese Liebe aufzugeben. Gemeinsam mit Acte will er nach Athen gehen und mit ihr ein bescheidenes neues Leben anfangen. Unterdessen wird Caligula ermordet. Claudius, ein Onkel Caligulas, wird zu dessen Nachfolger erklärt. Unverzüglich sorgt er für Agrippinas und Neros Rückkehr nach Rom.

Agrippina hatte während ihrer Verbannung eine Wahrsagerin aufgesucht, die ihr den Aufstieg Neros zum Kaiser geweissagt hatte. Sie ist entschlossen, alles daran zu setzen, dass sich das Schicksal ihres Sohnes erfüllt. Und mit einer Mischung aus Mordkomplotten und geschickter Heiratspolitik gelingt es ihr schließlich. Doch der junge Kaiser, der sein Reich in eine friedvolle Zukunft führen wollte, verfällt, endlich an der Macht, mehr und mehr dem Wahnsinn. Kritiker bemängelten an dem Streifen bereits die "allzu verklärte Darstellung des Despoten".

ZDF, heute, um 22.15 Uhr, und morgen, um 22.45 Uhr.

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