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Anne Will (l.) sorgte mit der Einladung von Nora Illi für Empörung.

Umstrittener Gast bei „Anne Will“

Skandal-Talk: Justiz ermittelt gegen Gruppe von Nikab-Nora

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München - Darf die ARD einen vollverschleierten Gast zur besten Sendezeit auftreten und menschenverachtende Ideologien verbreiten lassen? Darüber ist ein heftiger Streit entbrannt. Zumal die Schweizer Justiz vor „Nikab-Nora“ und ihrer Vereinigung warnte.

Der Auftritt von Nora Illi, die Frauenbeauftragte des radikal-salafistisch geprägten „Islamischen Zentralrats Schweiz“ (IZRS), am Sonntagabend in der ARD-Talkshow „Anne Will“ sorgt weiter für große Empörung. Die vollverschleierte Muslimin bekam die Gelegenheit, vor gut fünf Millionen Fernsehzuschauern ihre teils kruden Thesen und Rechtfertigungen für den sogenannten „Heiligen Krieg“ zu verbreiten.

Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt gegen IZRS

Die Einladung sei sorgfältig abgewogen worden, erklärte die verantwortliche NDR-Redakteurin Juliane von Schwerin am Montag. "Für das gewählte Thema der Sendung und in Kombination mit den anderen Gästen hielten und halten wir ihre Teilnahme für vertretbar und richtig." Die Einladung Illis sei sorgfältig abgewogen worden und die Zusammensetzung der Talkrunde habe zu einer „angemessenen wie notwendigen Auseinandersetzung“ geführt. 

Doch offenbar schlug der Sender bei der Besetzung sogar Warnungen der Schweizer Justiz aus. Denn gegen die Islamisten-Gruppe von „Nikab-Nora“ wird strafrechtlich ermittelt. Das berichtet die Bild in ihrer Dienstagsausgabe. Ein Sprecher der Schweizer Bundesanwaltschaft wird zitiert: „Die Bundesanwaltschaft der Schweiz ist irritiert darüber, dass dem IZRS im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine Plattform geboten wird. Dies umso mehr, als dass der besagten Sendung vorgängig auf Anfrage hin mitgeteilt wurde, dass ein Strafverfahren anhängig ist gegen ein Vorstandsmitglied des IZRS sowie gegen Unbekannt.“ Grundlage der Ermittlungen sei ein Verstoß gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen „Al-Qaida“ und „Islamischer Staat“ sowie verwandter Organisationen.

Bosbach: „Wer ausrastet, verliert. Wer geht, erst recht“

Neben der Tatsache, dass der IZRS gerade einmal seine 4000 Mitglieder vertritt und nicht die 400.000 in der Schweiz lebenden Muslime, steht die umstrittene Gruppierung also auch im Fokus rechtlicher Organe und wird vom eidgenössischen Nachrichtendienst beobachtet. Darf man einer Sprecherin einer solchen Vereinigung eine solche Bühne bieten?

Die Redaktion der Polit-Talkshow nahm zu den Vorwürfen wie folgt Stellung: „Sicherlich war es ein Versäumnis, dass wir in der Sendung nicht zusätzlich explizit auf die Tatsache der Ermittlung gegen ein Mitglied der Vereinigung hingewiesen haben.“ Allerdings habe die Bundesanwaltschaft im Vorfeld der Sendung nicht davon abgeraten, Illi einzuladen.

Wolfgang Bosbach verteidigte seinen Auftritt bei „Anne Will“: „Wer geht, nimmt sich selber die Chance, dagegen zu halten.“

Und warum nimmt man als deutscher CDU-Politiker an einer Gesprächsrunde mit solch einem umstrittenen Gast teil? Innenexperte Wolfgang Bosbach, der in der Sendung mehrmals versuchte, Illis kruden Thesen Paroli zu bieten, sagte gegenüber Bild: „Während der Sendung musste ich mir permanent sagen: ‚Ruhig bleiben, nicht aus der Haut fahren, sitzenbleiben und klar argumentieren‘. Wer ausrastet, verliert. Wer geht, erst recht.“
In der Welt forderte Bosbach, Sympathie-Werbung für Terror wieder unter Strafe zu stellen. Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte der CDU-Politiker: „Dass ganz Deutschland Muslime ausgrenzt, ist weit entfernt von unserer Lebenswirklichkeit.“

CDU-Generalsekretär Peter Tauber stufte den Auftritt von Illi in der Talkshow als schweren Fehler der ARD ein. „Wenn eine Frau mit Nikab in der Sendung einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt als Frauenbeauftragte präsentiert wird, dann habe ich die Sorge, dass man demnächst im deutschen Fernsehen Herrn Assad als Menschenrechtsbeauftragten ankündigt“, sagte Tauber.

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