Annette von Aretin gestorben

- München - Sie galt als "Grande Dame" des Rundfunks: Die einstige Berufe-Raterin und Fernsehfrau Annette von Aretin ist nach Angaben des Bayerischen Rundfunks am Mittwoch im Alter von 85 Jahren in München gestorben. Annette von Aretin habe mit ihrer "feinsinnigen Intelligenz, einnehmenden Sympathie und nicht zuletzt mit ihrer immer vornehmen äußeren Erscheinung Trends gesetzt in den Wohnzimmern Deutschlands", sagte Fernsehdirektor Gerhard Fuchs am Donnerstag.

"Von einem Millionenpublikum bewundert, war sie den Frauen im besonderen Vorbild in deren Wunsch nach mehr Eigenständigkeit in Gesellschaft und Beruf."

Die in Niederbayern und München aufgewachsene TV-Dame wurde durch Robert Lembkes Kultsendung "Was bin ich?" zum Liebling eines Millionenpublikums. 34 Jahre lang, bis zum Tod Lembkes, war sie Mitglied des Rateteams. "Wir waren wie eine Familie", schwärmte die 1920 in Bamberg geborene Adlige stets. Neben ihrer Karriere zog sie zwei Kinder - Tochter und Sohn - groß. Ihren 85. Geburtstag feierte sie am 23. Mai vergangenen Jahres im engen Familienkreis.

In den letzten Jahren hatte sie sich von der Arbeit zurückgezogen. "Ich lebe ein ruhiges Leben", sagte sie im vergangenen Jahr. Sie traf sich jedoch noch immer gerne mit Menschen und hatte gerne Besuch. Die gelernte Fotografin, die mit vollem Namen Marie Adelheid Kunigunde Felicitas Elisabeth Freiin von Aretin hieß, begann ihre Karriere 1947 als freie Mitarbeiterin bei Radio München, dem späteren Bayerischen Rundfunk (BR).

Mit ihrer Rolle des "Ännchen von Kalau" in der Radiosendung "Fleckerlteppich" wurde ihre Stimme zu einem Markenzeichen. Von Aretin war die erste TV-Ansagerin des Bayerischen Rundfunks, die von München aus ins deutsche Nachkriegsfernsehen lächelte. Bei der Auswahl der ersten Sprecherinnen für das deutsche Fernsehen siegte sie auf Anhieb und erfreute sich lange größter Popularität als TVAnsagerin.

Bis zu ihrer Pensionierung war sie Chefin des Besetzungsbüros des Bayerischen Rundfunks und kümmerte sich um die Auswahl der Schauspieler für in München produzierte Fernsehspiele. Dabei wählte sie auch teils unbekannte Schauspieler aus, die damit "entdeckt" wurden. "Für mich war immer wichtig: Für was ist jemand befähigt", sagte sie später über ihr Hauptauswahlkriterium.

Ihre zweite Karriere machte die mit einer "Goldenen Kamera" ausgezeichnet TV-Dame als Buchautorin. Nach einem Bildband zum 200jährigen Bestehen des Englischen Gartens in München und ihren Lebenserinnerungen schrieb sie ihr letztes Buch "Liebes Enkelkind" für ihre Enkelin Greta.

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